Alice Topp, So-Yeon Kim-von der Beck, Lilit Hakobyan «Vibe(s)-Lich(t)»

Oldenburg

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Amaya Simon tanzt auf Spitze. Nicht spektakulär, aber sicher in ihren Bewegungen schmiegt sie sich sanft in die Duette mit Noah Franck und Johannes Nolden zu perlenden Chopin-Pianoläufen. Inhaltlich geht es in So-Yeon Kim-von der Becks «Weiße Schwalbe» um eine Vaterfigur, die sich die Protagonistin im Liebhaber wiedererfindet, aber im Grunde geht es ausschließlich um den Tanz im Spitzenschuh.

«Weiße Schwalbe», das ist die wörtliche Übersetzung des koreanischen Frauennamens Soyeon, und damit wird schon klar, dass die Choreografin hier ihre persönliche ästhetische Vision auf die Bühne bringt, als in Korea klassisch ausgebildete Tänzerin, die in Europa die Moderne kennenlernen will, dabei aber immer wieder auf den Spitzenschuh als bevorzugtes Arbeitsmaterial zurückkommt.

Das Stück stellt das Zentrum dar in der Triple Bill «Vibe(s)-Lich(t)» (gesprochen «weib-lich») am Oldenburgischen Staatstheater. Und auch wenn die Choreografie im weiteren Verlauf ins Zeitgenössische ausgreift, der Chopin-Wohlklang von den kratzigen Bearbeitungen Ólafur Arnalds’ abgelöst wird, ist klar, dass Kim-von der Beck an diesem Abend vor allem die Rolle der Traditionalistin zu erfüllen hat.

Zumal die übrigen ...

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Tanz April 2025
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Falk Schreiber

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