air ways
Den Himmel über Oldenburg durchkreuzen Kondensstreifen, monumentale Linien sind ins strahlende Blau gezeichnet. Das Schauspiel über dem Fliegerhorst soll wohl den Stücktitel illustrieren und den Besucher auf der langen Anfahrt über das ehemalige Militärgelände einstimmen. «Air Ways» steht in der Halle 10 auf dem Programm. Sie ist die Ausweichspielstätte des Oldenburgischen Staatstheaters während der Umbauarbeiten am Großen Haus. Unversehens hat sie sich zur Kultbühne entwickelt. Mehr als 600 Besucher finden hier Platz, sie ist regelmäßig ausverkauft.
Vor allem, wenn es Guy Weizmans und Roni Havers «Air Ways» zu sehen gibt. «Wahlheimat» nennt das Staatstheater das alte Fluggelände. Wenn jetzt die letzten Vorstellungen laufen, wird es einem weh ums Herz.
Als die Tanzcompagnie Oldenburg die Halle 10 bezog, war die erste Reaktion der aus Israel stammenden Choreografen Guy Weizman und Roni Haver: «Wie viele Tänzer haben wir?» Anfangs dachten sie noch an ein den riesigen Raum füllendes Bühnenbild. Dann war klar: Die Halle sollte mitsprechen, mit ihrem Erscheinungsbild und ihrer Geschichte. Entstanden ist ein Bühnenereignis mit gleichberechtigter Präsenz von Tanz, Musik, filmischen ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Rainer Beßling
Eine Flasche Wasser, eine Birne, zwei Äpfel und ein Messer packt Jörg Weinöhl aus und legt alles auf den Tisch. Er entfaltet eine weiße Stoffserviette, zwei winzige Gläser kommen zum Vorschein. Der Solotänzer hat vorgesorgt: Die Bar des Düsseldorfer Opernhauses ist nicht besetzt. Also Picknick im Foyer. Neben der Flasche liegt sein original Florentiner Strohhut....
Betritt man die Kammerspiele des Staatstheaters, lungern da Tänzerinnen am Bühnenrand und lassen müde Blicke schweifen. Erst später werden sie scharf gestellt und in die immer wieder matt beleuchtete Zuschauermenge gebohrt. Es geht bei «Blind Date» ums Gegenteil von Blindsein: ums Sehen. Ein verzerrtes Sehen.
Die Choreografin Mei Hong Lin will auch mehr als das...
Einschalten, ausschalten. Mit der Musik verfährt man so. Warum nicht auch mit Tanz? Vanilton Lakka trägt die Symbole der Tasten «Stop», «Play» und «Pause» auf seinem roten T-Shirt. Er lässt das Publikum wie um einen Boxring sitzen und von vier Seiten zuschauen. «O corpo é a mídia da dança? Outras partes» wird in kurzen Runden ausgefochten. Das erlaubt den drei...
