Hüpfbürger: Constanza Macras
Macras tanzte am 9. März 2001 mit ihren Freunden auf dem schwarz-weiß gekachelten Herrenklo der Berliner Schaubühne. Kein Presseorgan damals, das mit diesen schockierenden Bildern nicht das Ende des guten alten Theaters bewies. Der Tanz rebellierte zwischen zwei Reihen polierter Porzellanpissoirs. Zehn Jahre später bläst die Choreografin aus Argentinien die von Erich Mendelsohn erbaute Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin in Form eines Gummiboots auf. Auf der Hüpfburg wird das Theater richtig zur Brust genommen, mit einer Orgie: «Entspann dich, dann tut’s nicht so weh.
»
In ihrem jüngsten Stück «Berlin Elsewhere» ist das Theater kein Ort gepflegter bürgerlicher Streitkultur. Das sei Ikea, sagt Constanza Macras. Nirgendwo gingen sich Paare öfter an die Gurgel als dort. Bürgersinn erfährt man im Theater auch nicht, eher am Flughafen, der alle Bürger gleich durchleuchtet. Kann das Theater die Verhältnisse überhaupt noch karikieren? Das macht bereits der Staat: «Einem Patienten werden zur Beurteilung seiner Unzurechnungsfähigkeit und dem damit verbundenen Verlust seiner Mündigkeit dieselben Fragen gestellt, die ein Immigrant beantworten muss, der sich um eine Aufenthaltsgenehmigung ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann
«Sie schwebt zwischen ihrer Fähigkeit, sich frei bewegen zu können, wenigstens scheinbar frei, und dieser absoluten Stummheit ihres Tanzes. Wenn man über Tanz spricht, denkt man doch instinktiv an die Schritte, jedenfalls an etwas, was mit Füßen zu tun hat. Tamar Borer hat Füße, die sich dem Tanzen verweigern, aber aus genau dieser Verweigerung heraus entsteht ihr...
...ist Hauschoreograf des Royal Ballet und als solcher der schärfste Konkurrent von Christopher Wheeldon (siehe tanz 5/11), wenn es 2012 an der Spitze der renommierten Kompanie um die Nachfolge von Monica Mason geht. Sein choreografischer Stil ist gekennzeichnet durch Tempo, Attacke, Dynamik. Nichts für klassische Tänzer, die noch nicht in der Gegenwart angekommen...
In Speyer bieten die «Sommertanztage» vom 25. Juni bis 3. August unter anderem «Afro Brasil», Salsa für Behinderte, Andy Lemons Hip-Hop und Flamenco.
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In Berlin findet der «Sommertanz» der Tanzfabrik statt. Eröffnet wird mit Bonnie Bainbridge Cohen; am 2. Juli ist sie im Gespräch mit dem Philosophen Alva Noë. Weitere Workshops mit Ohad...
