adoptivtochter zions

Sie organisierte Ballettaufführungen im Jerusalem der 1930er-Jahre, und ihre Kritik an Mary Wigmans Unterrichtsmethoden beschäftigte das Nazi-Propagandaministerium. Wer war die zionistische Tänzerin Friedl Braur? Eine Spurensuche

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Der Februar 1933 war ein Monat unheilverkündender Ereignisse in Deutschland: Im Reichstag hält Adolf Hitler seine erste Ansprache an die Nation, Hermann Göring zieht 55.000 SA-Mitglieder zur Bildung einer offiziellen Hilfspolizei heran, wenig später wird das erste  Konzentrationslager errichtet. Zur selben Zeit findet in Jerusalem am Sonntag, dem 26. Februar 1933 ein «Dance Ball» statt. Organisatorin ist die angesehene Tänzerin und Tanzpädagogin Friedl Braur.

Dieser «Ball» – so die damals geläufige Bezeichnung für Ballett-Aufführungen – wurde in mehreren lokalen Zeitungen lobend erwähnt und besprochen. Tatsächlich wurde Friedl Braur schon zwei Jahre zuvor von der Lokalpresse gepriesen. So schrieb Wolfgang von Weisl am 8. Februar in der Tageszeitung «Doar Hayom» («The Daily Mail»): «Ballett-Aufführungen in Eretz Israel sind meist schwache Veranstaltungen. Ich glaube, ich habe in diesem Jahr zwei besucht und verspüre wenig Lust, noch weitere zu sehen. Die Ballettaufführung zugunsten der Kinderhilfe allerdings war das Eintrittsgeld wert. Nicht so sehr wegen der Tänzer, aber dank der Darbietung von Shulamit Breuer [sic], der Mary-Wigman-Schülerin, der größten Tänzerin unserer ...

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Tanz August/September 2014
Rubrik: traditionen, Seite 80
von Liora Bing-Heidecker

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