Adieu: Wera Goldman

Ihr dramatisches Solo «Dybbuk» tanzte sie noch 1998, kurz vor ihrem 77. Geburtstag, im Wiener Jüdischen Museum anlässlich meiner ersten Reihe «Wiener Tanz im Exil». Wera Goldman hatte Wien nach ihrer Flucht zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zwar schon 1947 wieder betreten.  Intensiv erlebt aber wurde diese charismatische, vitale Persönlichkeit in ihrer Geburtsstadt erst spät bei Auftritten, Workshops, Vorträgen und in Zusammenarbeit mit der Tänzerin Martina Haager. 2008 verlieh ihr die Stadt Wien die Ehrenmedaille für ihr ­Lebenswerk.

In Palästina hatte sie im Ensemble der ebenfalls geflohenen Wienerin Gertrud Kraus getanzt. Auf ausgedehnten Reisen waren ihr indische und orientalische, philippinische und pazifische Tänze ans Herz gewachsen, die sie auch unterrichtete. Ein typisches Solo-Programm der Goldman hieß etwa «Frauen­gestalten in der Bibel». Am 15. Mai ist sie in ihrem 99. Lebensjahr in Petach Tikwa, östlich von Tel Aviv, eingeschlafen.

 

 

 

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Andrea Amort