Abtauchen
Dunkelheit. Nackte Körper schweben, gleiten in eine nebelartige Schicht und verschwinden. Der schwarze Raum ist eine Cenote, eine wassergefüllte Kalksteinhöhle – kristallklares, unsichtbares Wasser. Die Körper sind Apnoetaucher, und die undurchsichtige Zone ist die Chemokline, in der Süß- und Salzwasser aufeinander treffen, sich aber nicht vermischen.
Wasser steht im Zentrum von «Midnight Zone», der beunruhigendberauschenden Solo-Show des französisch-schweizerischen Künstlers Julian Charrière, die gerade im Kunstmuseum Wolfsburg zu Ende gegangen ist.
Seine multimediale Praxis verbindet Kunst und Wissenschaft, seine Arbeiten gehen oft hervor aus Feldforschung an Orten mit spezifischen geophysikalischen Identitäten: Vulkane, Gletscher, die Tiefsee. Das zeigt auch die titelgebende spektakuläre Video-Soundarbeit, in der eine Fresnel-Leuchtturmlinse gefolgt von der Kamera einer ferngesteuerten Drohne in den absolut lichtfreien Raum gleitet, die Mitternachtszone des Pazifik.
Im Fall von «Where Waters Meet» sind es die Wasserhöhlen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Ein reizvolles Phänomen: Das durch den porösen Kalkstein des Plateaus gesickerte Regenwasser hat hier über ...
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Tanz August/September 2026
Rubrik: Bewegung, Seite 4
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