abschied: silvia seidel
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silvia seidel
Niemand hatte mit dieser phänomenalen Wirkung gerechnet, am wenigsten sie selbst: 1987 übernahm Silvia Seidel, Elevin der Heinz-Bosl-Stiftung, die Titelrolle im Weihnachtsmehrteiler des ZDF. «Anna», ein melodramatisches «Nachwuchsballerina-kämpft-sich-vom-Rollstuhl-ins-Rampenlicht»-Märchen, löste einen Run auf die Ballettschulen aus. Doch der Hauptdarstellerin brachte der frühe Ruhm kein Glück. Im Schauspielfach, in das sie wechselte, kam sie über die zweite Reihe nicht hinaus.
Beruflich wie privat in eine als ausweglos empfundene Situation geraten, nahm sich Silvia Seidel am 31. Juli im Alter von 42 Jahren das Leben. Wir dokumentieren hier Auszüge aus einem sehr persönlichen Interview, das Hartmut Regitz 1996 mit Silvia Seidel über die Hochs und Tiefs ihrer Karriere führte.
Silvia Seidel, warum wollen Sie nicht mehr tanzen? Ich mache seit Jahren kein Training mehr … Ich habe mich nach «Anna» fürs Schauspiel entschieden. Die Rolle war so etwas wie eine persönliche Psychotherapie. Sie hat mir sehr geholfen. Ich habe beim Spielen etwas gehabt, was ich beim Ballett nie besaß. Was nicht heißt, dass ich nicht gern getanzt hätte. Ich kannte nichts ...
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Tanz Oktober 2012
Rubrik: menschen, Seite 33
von Hartmut Regitz
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