Abschied: Rosemary Butcher
2015 widmete das Festival «Tanz im August» der britischen Choreografin Rosemary Butcher eine Retrospektive: «Memory in the Present Tense». Am 14. Juli ist Butcher nun, im Alter von 69 Jahren, in London gestorben. Der Katalog zur Retrospektive ist erst danach erschienen. Butcher war eine der innovativsten Choreografinnen Europas. Anfang der 1970er-Jahre kam sie in New York mit dem Judson Dance Theater in Kontakt. Zurück in England, entwickelte sie aus diesen Einflüssen ihre eigenen experimentellen Strukturen.
Ihre wegweisenden choreografischen Konzepte machte sie 1976 erstmals in der Serpentine Gallery in London publik. Die zierliche Lady mit dem schwarzen Pagenkopf öffnete als Pionierin die Choreografie für eine freie Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern, Musikern, Filmemachern und Architekten.
Dennoch war sie kompromisslos. Ihr Credo: «I’m not particularly interested in accessibility. Staying easy isn’t going to move anything.» Das galt auch für «The Test Pieces» (2014/15), eines der letzten ihrer fünfzig in fast 40 Jahren erarbeiteten Werke. Butcher, die sich in «Memory in the Present Tense» der Archivierung ihrer Arbeit widmete, brachte ihre Arbeitsweise selbst auf den ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Menschen, Seite 29
von Sandra Luzina
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