30 Jahre SEAD
Die Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD) gehört neben der Tanzabteilung der Wiener Musik- und Kunst-Privatuniversität und dem Institute for Dance Arts (IDA) der Linzer Anton Bruckner Privatuniversität zu den wichtigsten Ausbildungsstätten für zeitgenössischen Tanz in Österreich. Gegründet wurde die SEAD 1993 von der US-amerikanischen Tänzerin und Choreografin Susan Quinn (70), die jetzt den 30. Geburtstag «ihrer» Akademie zusammen mit rund 100 Studierenden aus 30 Ländern gebührend feiert.
Bereits im April hat die BODHI PRO-JECT Dance Company als Postgraduate-Repertoire-Formation der Akademie zum Auftakt des Jubiläums im renommierten Theater der Szene Salzburg die neue Arbeit «Blue Smile» von Michèle Anne De Mey präsentiert. Im Mittelpunkt des Stücks steht die Rock-Legende Janis Joplin, aus deren Musik die belgische Choreografin ihr Thema destillierte: das zeitgenössische Individuum zwischen Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Angst vor Ausgrenzung. Neben De Mey hat Susan Quinn auch den französischen Choreografen Olivier Dubois für ihre Feier gewonnen, deren Höhepunkt ab dem 12. Mai in Form eines dreitägigen Festivals unter dem Titel «dance is a wild flower» zelebriert wird. ...
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Tanz Mai 2023
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Helmut Ploebst
An einem Wochenende im Mai tanzt die ganze Schweiz. So will es das Tanzfest, das jedes Jahr stattfindet – das nächste Mal vom 10. bis zum 14. Mai. Das Tanzfest ist ein Projekt des Schweizer Tanznetzwerks Reso zur Verbreitung des Tanzes als Kunstform und Lebensfreude. Im Zentrum stehen die Menschen einer Stadt, ob groß oder klein, jung oder alt, leicht- oder...
Ein Wiegen, Schwimmen, Schweben. In Wubkje Kuindersmas «Resonance of Dreams» verwandelt sich das Kieler Ballettensemble in einen Schwarm, der sich zu den Klängen von Friedrich Heinrich Kern, Georgs Pelēcis, Alfred Schnittke und Pēteris Vasks organisch bewegt, mal synchron, mal bewusst gegenläufig, ein einziges An- und Abschwellen, vor dem Marina Kadyrkulova...
Die Bühne im Pariser Palais Garnier ist eine Schräge, wie zu barocken und klassischen Ballettzeiten üblich. Doch normalerweise vergisst der Zuschauer die fünf Prozent Gefälle, und nur die Tänzer klagen über Balanceprobleme. In «Pit» aber scheint der Tanzboden direkt in den Orchestergraben abzugleiten. Der ist ein Schlund, ein Abgrund, ein «Pit» der Bühne und der...
