Pitié

Eine Glaubensfrage von Alain Platel.

Tanz - Logo

Alain Platels neues Stück, bei der RuhrTriennale in Bochum uraufgeführt, ist wie die Fortsetzung von «vsprs» mit anderen Mitteln. Sein Thema bleibt die Gretchenfrage nach der Religion, nach ihrer Ekstase und ihrer Gewalt. Schon das allererste Werk des berühmten belgischen Choreografen, 1984: «Stabat Mater», ließ dieses Thema anklingen. Auch alle folgenden, von «Bonjour, Madame» bis hin zu «Wolf», handelten immer von der Sehnsucht nach dem Glauben, obwohl es so viel offensichtlicher um soziale Ausgrenzung, um Protest, Überleben und den Tauschhandel von Zärtlichkeit und Gewalt ging.



In «vsprs» flirtete Alain Platel 2006 erstmals sehr direkt, auch sehr offensiv, mit Begriffen wie Bekenntnis, Erleuchtung und dem Zweifel daran. Die Grundlage bildete ein irritierend moderner Remix von Claudio Monteverdis «Marienvesper», die der Komponist Fabrizio Cassol mit Manouche- und Jazzklängen konfrontierte, um sie vom Himmel auf die Erde zu bannen. Die Musik entstand parallel zur Choreografie als gegenseitige Inspiration und Entzündung. Nun dient Johann Sebastian Bachs «Matthäus-Passion» als Vorbild. Platel und Cassol arbeiteten diesmal zeitlich versetzt: Während Platel noch mit «vsprs» um die Welt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2008
Rubrik: Premire, Seite 26
von Renate Klett

Vergriffen
Weitere Beiträge
Merril Ashley

Sie haben mehr als 30 Jahre beim New York City Ballet getanzt. Wie war Balanchine als Lehrer?                                                                                                                       Er unterrichtete jeden Tag, außer er war krank oder unterwegs. Selbst an unserem freien Tag, dem Montag, hielt er ein freiwilliges Training ab. Balanchine...

Ruhmesblatt

«Freut Euch!» Ganz Köln ist mit diesem fast weihnachtlichen Slogan zuplakatiert. Man sieht ein Mädchen auf einem Bein, das sich freut. Und tanzt. «Das neue Tanzmuseum kommt». Da ist es. Dabei sitzt es schon seit 1997 im Mediapark, dem nicht eben gemütlichsten Ort in der Stadt. Und im dritten Stock. Aber es wurde umgebaut. Jetzt ist alles viel heller. Der erste...

Fundamental-Skandal um Bauchtanz

Die Ägypterin Dina Talaat Said Mohamed Mohamed, in Rom geboren und am Nil aufgewachsen, ist für gewagte Kostüme und zahllose Skandale bekannt. Die mehrfach Geschiedene, die ihr Alter nicht sagt, gehört in der ägyptischen Tanzszene zu den Spitzenverdienerinnen. Zuletzt sorgte die Mutter eines 8-Jährigen für Schlagzeilen bei einem Auftritt vor Abiturienten – sie...