Powerhaus

Das Londoner Laban Centre ist die weltweit größte Ausbildungs­stätte für zeitgenössischen Tanz.

Tanz - Logo

An der Creek Road, nördlich von Greenwich, wird gebaut. «Inspired by dance» ist auf den Bauschranken zu lesen. Auch so was gibt es: Ein Bauunternehmen wirbt für neue Wohnungen mit einer zeitgenössischen Tanzausbildungsstätte in der Nachbarschaft. Wir sind in Deptford, ehemals Sitz der königlichen Werft und heute ein Stadtteil Südostlondons, der nach dem Krieg einfach vergessen wurde. Deptford zählt zu den ärmsten Gegenden Großbritanniens, mit einem hohen Anteil von Flüchtlingen und doppelt so hohen Arbeitslosenzahlen wie der Londoner Durchschnitt.

Dies, obwohl Deptford direkt an der Themse liegt. Doch seit das Tanzzentrum Laban im Herbst 2002 vom etwas südlicher gelegenen New Cross in das Regenbogenhaus der Schweizer Architekten Herzog und de Meuron an den stinkenden Deptford Creek zog, hat sich hier viel getan.

Ein so großartiges Haus für eine so wenig bekannte Institution – und dies in einer von Gott verlassenen Gegend. Die Trostlosigkeit der Umgebung spiegelte sich in den Fenstern des Gebäudes: verfallene Häuser, alte Werkstätten, Stapel von Autoreifen, ausgebrannte Fahrzeuge, rostende Schiffswracks.
Architekturkritiker aus aller Welt reisten zur Eröffnung im Februar 2003 an, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2009
Rubrik: Ausbildung, Seite 58
von Lilo Weber

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hofesh Shechter

Außerirdische haben die Belegschaft des Jerwood Space gekidnappt. Es ist unheimlich still dort: Die Tür steht offen, niemand steht am Empfang, und die elegante Café-Lounge in Weiß und Chrom zeigt keine Spuren menschlichen Lebens. Neonstreifen in Pink reflektieren im Garten die Reglosigkeit des Wasserspiels und verleihen der Szenerie typische «Akte X»-Qualitäten....

Minako Seki

Ein junges Mädchen läuft am Strand entlang, bleibt stehen und schaut hinaus auf das Meer. Ihre Augen blicken bis zum Horizont, der sich als klare Linie zwischen Himmel und Erde abzeichnet. Eine tiefe Sehnsucht ergreift das Kind, eine Frage steigt auf ins Bewusstsein und lässt es nicht mehr los: «Was ist hinter dem Horizont?» Darauf folgt eine zweite, ebenso...

Anna Konjetzky

Anna Konjetzky
«Tagebuch … si un jour tu décides de partir»
Sahra Huby bückt sich, nimmt die Beine in die Hand und hüpft. Zweimal. Dann fällt sie um. Sie richtet sich auf, nur halbhoch, versucht es wieder. Humpeln, trippeln, mehr wird das nicht. Und wieder kippt sie um. Wer weiß, was da schiefgeht. Madeleine Fournier, keine drei Meter weiter, kauert am Boden, Hände...