Blut ist kein Wasser
Jirí Kylián zieht in seinem abendfüllenden Event «Zugvögel» mit dem Bayerischen Staatsballett Bilanz über sein bisheriges künstlerisches Leben. Er versammelte dafür Künstler, die ihm Weggefährten sind, und die er wertschätzt. Es sind Zugvögel wie Kylián selbst, Theater- und Kunstnomaden, die, von überall her kommend, ihr Leben umherziehend verbringen. Auch Jirí Kylián zieht weiter. Am 27. Oktober hat in Den Haag sein Abschiedsabend vom Nederlands Dans Theater Premiere. Dann geht eine Ära zu Ende.
Der marode Bau am Spui, das Debüt des inzwischen berühmten holländischen Architekten Rem Koolhaas, wird bald abgerissen, soll aber nach dessen Plänen neu errichtet werden.
Sie gaben bereits vor zehn Jahren die Direktion des NDT auf, aber kreierten weiter für die Kompanie. Zur kommenden Saison verabschieden Sie sich endgültig. Hin zu neuen Ufern? Ich habe jahrzehntelang an mir Raubbau getrieben. Ich gab die Direktion ab, weil ich das ein Vierteljahrhundert gemacht und genug gesehen habe. Ich denke, wenn man in den Strudel gerät und den Tänzern sagt: Aber ich hab euch das schon alles gesagt, und die antworten: Das waren nicht wir, sondern die früheren, dann denkt man, es ist besser, an ...
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Was nicht zu beweisen ist. Denn es stimmt. Ebenso, dass in acht Jahren aus dem Tanzquartier Wien, tqw genannt, das Modell eines Anti-Theaters entstand, von dem sich stimmig sagen lässt: «Tanz ist denkbarer als schön». Schuld daran ist Sigrid Gareis, die sich vom 24. bis zum 26. Juni mit Schlachtplatte, einem Buch und einer heftigen Party ins Leben einer Solistin...
Revolutionär war «La fille mal gardée» bei der Uraufführung 1789 in Bordeaux, zwei Wochen vor dem Sturm auf die Bastille, weil statt mythologischer Heroen bürgerliche Normalos auf der Bühne standen und im Liebeskampf die Armen für sich gewannen. In Cottbus raubt Dirk Neumann der alten Dame die pastorale Betulichkeit und holt sie mit den acht Tänzern seines...
Salia Sanou und Seydou Boro gehören zu den Aushängeschildern eines zeitgenössischen afrikanischen Tanzes, den es, glaubt man Germaine Acogny im Senegal, gar nicht gibt.
Das z-Adjektiv steht in Afrika vor allem für «europäischen» Tanz. Aber was wäre die Kompanie Salia nï Seydou, hätten die beiden nicht vor 16 Jahren in Montpellier bei Mathilde Monnier ihre ersten...
