Die Räumerin: Sasha Waltz
Sasha Waltz, Sie haben das Radialsystem in Berlin im vergangenen Sommer mit einem großen «Dialoge»-Projekt eröffnet. Das gesamte Gebäude wurde bespielt. Sie haben hier auch Ihren neuen Probenraum. Was bedeutet dieser neue Ort für Sie? Auf der einen Seite gibt es diesen Neubau aus Beton und Glas, ein wenig wie die Schaubühne, klar und streng, und auf der anderen Seite das Jahrhundertwende-Backsteingebäude aus der gleichen Epoche wie die sophiensæle, die wir in Berlin zu Anfang bespielten, dieser Kontrast gefällt mir sehr gut.
Es ist weder zu kalt-modern, aber auch nicht zu verspielt oder retro-romantisch und rückwärts gewandt. Das Besondere ist für mich aber, hier am Wasser zu sein. Man spürt das Klima, man sieht, auch wenn man drinnen ist, ob es windstill ist, oder ob es ganz viel Bewegung auf dem Wasser gibt. Man erlebt das Licht sehr stark, den Wechsel von Tag zu Nacht, man ist so nah am Himmel. Das beeinflusst natürlich auch die Arbeit.
Inwiefern? Ich arbeite praktisch entlang des Flusses. Im Probenraum der Berliner Schaubühne habe ich oft gewechselt und mal frontal, mal quer gearbeitet. Aber hier habe ich den Fluss im Rücken und nutze den Raum in seiner vollen Länge. Ich weiß ...
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