Geometrie des Banalen

Gilles Jobin: «Steak House» in Lausanne

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Wohngemeinschaften sind beliebte Sujets auf der Bühne, im wirklichen Leben, und im Reality TV ohnehin. Dies, obwohl die Rede darüber seit den späten 1960ern immer dieselbe ist: WG-Mitglieder hören laute Musik, streiten sich gern, bumsen über Kreuz, leben in Sauordnung und lesen unanständig viel. Das tun sie auch in Gilles Jobins «Steak House», doch den Westschweizer Choreografen interessiert weniger der WG-Knatsch, als die Art, wie sich dieser wieder auflöst. Und mit ihm auch das Klischee.

Streitereien verfließen in Zeitlupe, der Sex erstarrt in  Posen, ein Paar tanzt, statt Fleisch zu schneiden, mit riesigen Messern, und die Bücher wirbeln wie Frisbees durch die Luft und bleiben, ein seltsames Muster bildend, zerflattert auf dem Boden liegen. Die Ordnung der Dinge wird ständig neu definiert. Und die Musik bisweilen einfach abgeschaltet, wenn die sechs Tänzer wieder und wieder an den großen Knöpfen eines altmodischen Geräts drehen.
Es nennt sich Angus und ist nichts anderes als ein Radio aus den 1950er Jahren mit Plattenspieler obenauf und einem Synthesizer aus dem 21. Jahrhundert im Innern, der das, was vom Vinyl gelesen wird, bearbeitet und verfremdet. Während Angus die Musik von ...

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Tanz Juni 2005
Rubrik: On Stage, Seite 42
von Lilo Weber

Vergriffen
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