Opiyo Okach
Opiyo Okach, in Ihrem Stück «Abila» von 2002 benutzen Sie Versatzstücke aus traditionellen Ritualen wie das Einreiben des Körpers mit roter Erde und schaffen in Verbindung mit Videos choreografische Bilder, deren Eleganz und zeremonielle Schönheit auf einer Stufe mit Sankai Juku stehen.
Allerdings habe ich dafür, dass ich mit sakralen Elementen arbeitete, in Kenia einige Anfeindungen erlebt. Dort herrschen strenge moralische und soziale Regeln. Die ursprüngliche Kultur hat sich mit der christlichen vermischt, die unser Verhältnis zum Körper zerstört hat.
In vielen Fragen wurde die katholische Sichtweise übernommen. Aber das Zusammenleben mit den anderen Gemeinschaften, auch den Moslems, ist harmonisch.
Jeder bewegt sich im Alltag zwischen mehreren Sprachen und Kulturen und kann die Perspektive des anderen nachvollziehen. So begreift man, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Man versteht sich nicht als Zentrum der Welt, sondern lebt in mehreren Welten gleichzeitig. Das hat auch mit dem Funktionieren von Demokratie zu tun und mit einem Gleichgewicht in der Welt. George Bushs «Entweder du bist mein Freund oder mein Feind», hält dieser Realität nicht stand. Viele Kenianer tragen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jo Fabian taucht wieder auf aus «Second Life», der virtuellen Landschaft im Computer-universum, in der sich bis zu neun Millionen Menschen tummeln und Fabians einziges Tanzhaus in dieser simulierten Gegenwelt besuchen (ballet-tanz 10/07). Kaum ist Jo Fabian aus dem virtuellen Exil zurück, geht’s sofort in die Problemzonen der Realität. Seine Premiere von Coil. die...
PRO
Diesmal wird alles anders! Das Theater soll wieder werden, was es mal war! Schluss mit dem Vormachen. Feste feiern! Solche Ankündigung samt erahnter Aufforderung zum Tanz ließ die Skeptikerin erschaudern. Dann blickt mir eine Plastikmäusemaske ins Gesicht und fragt, ob ich Mut habe. «Ja», lautet die mündliche Vereinbarung; die visuelle folgt: Jeder Besucher...
Euripides, der alte Grieche, schrieb um 406 vor Christus die «Bakchen» – ein Stück, in dem er ein für alle Mal mit dem Tanzen abrechnete. Die Bakchen sind bei ihm Anhängerinnen des sogenannten Dionysos-Kults. Alle drei Jahre verlassen sie ihr Dorf in Thrakien und gehen in die Wälder, um dort zum Tier zu werden. Sie tanzen sich in Ekstase und glauben an einen Gott...
