Das Bild und seine Geschichte
Ein Haus ist mächtig. Wie mächtig, zeigte jetzt das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel. Zehn Jahre lang hat es der Architekt David Chipperfield geflickt. Im Herbst soll es aufgefüllt werden mit der Sammelwut unserer Vorfahren, die ihr Griechenland mit der Schaufel suchten und im von Napoleon eroberten Ägypten nach einer Hochkultur gruben wie nach einer Utopie eines Staates, der in Europa nicht zu haben war.
Heute ist der zweiflügelige Stüler-Bau an seiner Ostseite hohl, als hätte sich eine Fliegerbombe bis zum Grund gebohrt.
Der Blick geht sehnsüchtig hi-nauf zum Glashimmel – und streift fast versehentlich den weit oben in dem griechischen Schacht klebenden Fries des Romantikers Hermann Schievelbein. Er stellt den Untergang des römischen Pompeji dar. So waren sie, unsere Vorfahren: lauter Eklektiker.
Neun Tänzer von Sasha Waltz, Tochter eines Architekten, tanzen auf einem Sims unterhalb dieses Frieses, den sie – typisch Waltz – nachzustellen scheinen. Auch sie tanzen exakt das Eklektische, Romantische in griechischer Monumentenhöhe mitten in Chipperfields modernisiertem Altbau aus lauter Narben, Resten alten Putzes, der unter Lack ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Stück über den Holocaust? Ein Stück über «uns», die dritte Generation, die nicht mehr und noch immer betroffen ist von der Wucht einer unbegreiflichen Vergangenheit? Ein Stück über Bilder, die uns beim Aufwachsen begleiteten, Erzählungen und Albträume, die uns unsere Großeltern mitgaben? Der Berg an Fragen, den der Hamburger Choreograf Jochen Roller an sein...
Garderobe, unten «Wenn ich nach Hause komme, zieh ich meinen Mantel und meine Schuhe aus. Dann sehe ich in der Garderobe zuerst das Ölbild von Marie Camargo, eine der berühmtesten Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts. Es ist leider nicht das Original von Nicolas Lancret, aber eine schöne Kopie aus dem 18. Jahrhundert. Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Camargo war...
je t’ A.I.M.E
Sie haben eine «Vereinigung von Individuen in engagierten Bewegungen» gegründet. Was macht sie genau?
Julie Nioche: A.I.M.E. soll nicht nur Werke für die Bühne kreieren, sondern auch pädagogische und medizinische Projekte betreiben, die Tanz beinhalten. Jeder von uns arbeitet selbstständig in seinem Bereich. Ich in der Kunst, Isabelle Ginot in Lehre...
