Das Bild und seine Geschichte
Ein Haus ist mächtig. Wie mächtig, zeigte jetzt das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel. Zehn Jahre lang hat es der Architekt David Chipperfield geflickt. Im Herbst soll es aufgefüllt werden mit der Sammelwut unserer Vorfahren, die ihr Griechenland mit der Schaufel suchten und im von Napoleon eroberten Ägypten nach einer Hochkultur gruben wie nach einer Utopie eines Staates, der in Europa nicht zu haben war.
Heute ist der zweiflügelige Stüler-Bau an seiner Ostseite hohl, als hätte sich eine Fliegerbombe bis zum Grund gebohrt.
Der Blick geht sehnsüchtig hi-nauf zum Glashimmel – und streift fast versehentlich den weit oben in dem griechischen Schacht klebenden Fries des Romantikers Hermann Schievelbein. Er stellt den Untergang des römischen Pompeji dar. So waren sie, unsere Vorfahren: lauter Eklektiker.
Neun Tänzer von Sasha Waltz, Tochter eines Architekten, tanzen auf einem Sims unterhalb dieses Frieses, den sie – typisch Waltz – nachzustellen scheinen. Auch sie tanzen exakt das Eklektische, Romantische in griechischer Monumentenhöhe mitten in Chipperfields modernisiertem Altbau aus lauter Narben, Resten alten Putzes, der unter Lack ...
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