Vorher - Nachher
Was wie ein schlichtes Ferienhäuschen aussieht, das hier dem Bagger zum Opfer fällt, war seit 1961 das Sommerdomizil der Dresdner Tanzpädagogin Gret Palucca (1902–1993). Es stand bis zum 20. März etwas verkommen in Vitte auf der Insel Hiddensee. Die Bagger schoben alles zusammen, «hinterließen nur einen Schutthaufen», so die Augenzeugin und Geschäftsführerin der Insel-Information Hiddensee, Christiane Wolff.
Das Häuschen, in dem Palucca seit dem Krieg in einer Menage à trois mit ihren lesbischen Freundinnen Irmgard Schöningh (zeitweise Leiterin der Palucca-Schule) und der Ärztin Marianne Zwingenberger die Sommer verbrachte, stand unter Denkmalschutz: allerdings erst zwei Tage vor dem Abriss und durch Druck der sächsischen Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange auf das Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin und ihren Mecklenburg-Vorpommerschen Kollegen Henry Tesch. Das Trümmergrundstück, das am 28. März versteigert wurde, gehört nun einem sächsischen Bieter aus Meißen. Vielleicht redet er ja mit dem Förderverein der Dresdner Palucca-Schule, der sich massiv für den Erhalt des Sommerhauses eingesetzt hatte, um es zu einer Kulturstätte auszubauen. Aber wozu? Auf Hiddensee ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Event ist «X-Event 2.6» gerade nicht. Vielmehr sind Annie Vigier, Frank Apertet und Co. im urbanen Raum gelandet wie vom anderen Stern. Sichtbar fremd. Leicht zu erkennen an ihren postmodern abstrahierten Mickey-Mouse-T-Shirts, erscheinen die Performer gratis und draußen als sanfte Irritation im und um den Bétonsalon, einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst...
Monte Carlo
«Étonnez-moi», soll Sergei Diaghilev zu Jean Cocteau gesagt haben. Unter diesem Titel gibt es nicht nur im Neuen Nationalmuseum von Monaco, in den Räumen der Villa Sauber und im Sporting d’Hiver, eine Ausstellung zum Thema «Serge Diaghilew et les Ballets Russes». Jean-Christophe Maillot, Direktor der Ballets de Monte-Carlo, scheint selbst mit seinem...
Die Vorstellung muss grandios gewesen sein. Der Applaus donnert, nimmt kein Ende. Her mit den Performern, auf die Bühne und jetzt verbeugen. Erst die Arme hoch, dann die Köpfe runter, selbstgewisser Triumph und gefällige Devotion, große Arroganz und höfliche Anpassung. Die ewige Ambivalenz des Künstlers gegenüber seinem Publikum – das Ritual des Beifalls ist:...
