Teufel, was für ein Lehrer!
Es gibt das Phänomen des mittelmäßigen Fußballers, der später ein überragender Trainer wird. Da darf man bestimmt Jürgen Klopp nennen, Thomas Tuchel und aus der jüngeren Generation Sebastian Hoeneß. Jorma Panula, der am 10. August seinen 95. Geburtstag feiert, hat als aktiver Dirigent nicht allzu viele bleibende Spuren hinterlassen (auch wenn es in den skandinavischen Ländern begeisterte Berichte über seine Fähigkeiten gibt und er in den 1970er-Jahren sogar einmal als Einspringer – er war terminlich schon gebunden – von den Berliner Philharmonikern angefragt wurde).
Als Dirigierlehrer hat Panula aber einen Ruf von Donnerhall.
Die erfolgreichen Dirigenten, die der aus Österbotten, einer Region im Südwesten Finnlands, stammende Panula ausgebildet hat, sind Legion. Es sind so viele, dass mancher sich schon fragt, wie das internationale Musikleben noch bestehen könnte, ohne all die finnischen Dirigentinnen und Dirigenten aus Panulas Schmiede. Esa-Pekka Salonen, Jukka-Pekka Saraste, Osmo Vänskä, Mikko Franck, Susanna Mälkki, Pietari Inkinen, Klaus Mäkelä, zuletzt Tarmo Peltokoski – alle studierten sie bei Panula. Hinzu kommen jene, die seine Meisterkurse besucht haben: von der jüngeren ...
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Opernwelt August 2025
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Clemens Haustein
Wir vernehmen die schwer auf ihrer Seele lastenden Atemzüge einer Sterbenden: Die noch junge Frau ringt sie sich mit Hilfe eines Sauerstoffgeräts ab – bevor man im Graben jene schwervernebelten Streicherklänge des Vorspiels zum dritten Akt vernimmt, die von baldiger Erlösung zu künden scheinen. Und weil Violettas Verlöschen zum Längsten gehört, was Verdi je für...
Zum ersten Mal
Auftritt bei den Opernfestspielen von München: Susanna Mälkki dirigiert «Pénélope» von Gabriel Fauré. Es ist ein Abend der Premieren: Das Stück wird erstmals an der Bayerischen Staatsoper gezeigt, auch die finnische Dirigentin gibt ihr Debüt bei einer Neuproduktion. Die Inszenierung im Prinzregententheater übernimmt Andrea Breth. Wir fahren hin.
Aus...
Den Begriff kennen wir aus der Philosophie des 17. Jahrhunderts. Anno 1649 verfasste René Descartes seinen legendären Tractatus logicus «Les Passions de l’âme» (Die Leidenschaften der Seele) und legte damit ein Traktat vor, das, wiewohl nur subkutan, erhebliche Wirkung vor allem auf jene Kunstform ausübte, die sich a priori glänzend eignete für diesen prekären...
