Hübsche Petitesse
Dass Mozarts «Così fan tutte» den Untertitel «La scuola degli amanti» trägt, also «Die Schule der Liebenden», kann man als Hommage an Antonio Salieris opera buffa «La scuola de’ gelosi» deuten. Oder als Kampfansage: Denn die 1779 in Venedig uraufgeführte «Schule der Eifersüchtigen» hatte sich zu einem der größten Publikumserfolge des italienischen Komponisten entwickelt. Und tatsächlich hat Mozart seinen schärfsten Konkurrenten in der Wiener Musikszene mit der «Così» lässig ausgestochen.
Weil er seinen Figuren direkt ins Herz schaut, während Salieri aus dem Eifersuchtsthema lediglich ein hübsches Rokoko-Divertimento macht, eine Tändelei mit der Liebe.
Um Klassen besser ist auch Lorenzo da Pontes «Così»-Libretto, nämlich stringent gearbeitet und psychologisch tiefgängig, während die von Caterino Mazzolà erdachte Handlung der «Gelosi» so klapprig zusammengezimmert ist, dass man sie unmöglich in wenigen Sätzen zusammenfassen kann. Im Zentrum stehen ein bürgerliches sowie ein adliges Paar, die Schlüsselszene spielt in einem Irrenhaus für Eifersüchtige, und am Ende singen alle: «Ach, es gibt kein größeres Glück als das zweier Eheleute, die wahre Zuneigung aneinander ...
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