GRETE, DAS GENIE

Schreker: Der ferne Klang PRAG | NATIONALTHEATER

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Die Verwüstung, die die NS-Propaganda angerichtet hat, hinterlässt in den Spielplänen bis heute ihre Spuren. Unter den seinerzeit verfemten Werken aus den Jahren 1900 bis 1935 befinden sich großartige, musikgeschichtlich wichtige Opern und Operetten, die zum Teil nach wie vor nicht gänzlich rehabilitiert sind.

Die Staatsoper Prag präsentiert nun mit der (vom Auswärtigen Amt finanziell unterstützten) Reihe «Musica non grata» erstmals einen umfangreichen Überblick – was schon deswegen Sinn ergibt, weil die Stadt für die ausgesuchten Werke eine eminent wichtige Bedeutung besaß: Zemlinsky leitete hier die Uraufführung von Schönbergs »Erwartung«, die nun ebenfalls programmierten Schreker, Korngold, Mahler, Weinberg, Weinberger, Schulhoff, Abraham wurden in Prag aufgeführt (und leiteten selbst einige Aufführungen), große Sänger und Dirigenten machten Station. 

Zum Auftakt der Reihe präsentierte das Nationaltheater Franz Schrekers Erstling »Der ferne Klang«, der seinem Komponisten 1912 den internationalen Durchbruch bescherte. Das Künstlerdrama – expressionistisch und musikreligiös, hochromantisch und sozialkritisch, orientalistisch und revuehaft – traf den Nerv der Epoche. Heute wirkt ...

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Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Stephan Knies

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