Exzellente Rekonstruktionsarbeit
Dass Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal die im frühen 20. Jahrhundert noch junge Filmkunst sonderlich ernst genommen hätten, wird man schwerlich behaupten können. Ihr Interesse an dem neuen Medium war vor allem geschäftlicher Natur. Während sie die eigenen Werke selbstverständlich als Perlen der bürgerlichen Hochkultur begriffen, erblickten sie im Kino vor allem ein flackerndes Spektakel für die breite, ästhetisch ungehobelte Masse.
Als potenzielles Theater- und Opernpublikum indes war diese Masse attraktiv – je mehr Menschen Billetts für «Elektra», den «Rosenkavalier», «Ariadne auf Naxos» oder «Die Frau ohne Schatten» kauften, je mehr Bühnen ihre Stücke auf den Spielplan setzten, desto höher fielen die Tantiemen aus, die den Autoren zugute kamen.
Unverhoffte «materielle Chancen», die von Hofmannsthal in einem Brief an Strauss vom Januar 1925 witterte, waren denn auch das Hauptmotiv für den Dichter-Librettisten und den (zunächst zögerlichen) Komponisten, sich auf eine Stummfilmfassung des 1911 in Dresden uraufgeführten und seitdem von Erfolg zu Erfolg geeilten «Rosenkavaliers» einzulassen. Das arrivierte Duo bangte – Kriegsschulden, Inflation und Wirtschaftskrise hatten ...
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