Aus dem Schatten
Oft gleicht die Musikgeschichte einem Sommer in südlichen Ländern: Es blendet die Sonne, die Schatten sind tief. Deutlich sieht man jene, die im Licht steh’n. Die im Schatten erkennt man erst, wenn das Auge sich ans Dunkel gewöhnt. Dies gilt wohl – seinem Namen völlig widersprechend – auch für den Komponisten Hans Sommer (1837-1922), der bereits am Ende seines Lebens mehr oder weniger in den Schatten des Vergessens getaucht war.
Zu Lebzeiten waren indes seine Liederbände durchaus populär, Sänger aus dem Umfeld des Grünen Hügels hatten ihn gefördert (weswegen Hugo Wolf eifersüchtig gewesen sei, heißt es). Auch George Bernard Shaw berichtete 1893 von einer Veranstaltung in London über einen «bewundernswerten zeitgenössischen deutschen Komponisten namens Hans Sommer».
Mit vollem bürgerlichen Namen hieß dieser übrigens Hans Friedrich August Zincken genannt Sommer. Auf Wunsch seines Stiefvaters, des Kamerafabrikanten Voigtländer, studierte er Mathematik und Physik; mit seinen Forschungen über Voigtländers Linsensysteme den Blick schärfend. Er wurde Direktor des «Collegium Carolinum» in Braunschweig, das er zu einer der ersten technischen Hochschulen Deutschlands formte. Dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ambivalente Gefühlswelten der Liebe lotet die französische Sopranistin Sandrine Piau in ihrer neuesten Solo-CD aus, die sie unter dem Titel «Chimère» – (zu deutsch: Hirngespinst, hier vielleicht besser übersetzt mit: schillernde Täuschung) – veröffentlicht hat. Mit ihr beschließt sie ihr Triptychon von Kunstlied-Programmen, das sie – stets an der Seite von Susan...
In letzter Zeit bin ich richtig gut drauf. So gut, dass sich meine Familie und Freunde schon ein bisschen wundern. Wahrscheinlich hatten sie damit gerechnet, dass mein Sechzigster mich vollends zum Griesgram machen würde. Aber ich habe sie angenehm überrascht. Doch am Alter liegt’s nicht. Meine Fröhlichkeit rührt daher, dass ich auf Tournee bin.
Nun ist das...
Das Theater Hagen gehört zu den am stärksten abwicklungsbedrohten Kulturinstitutionen in den alten Bundesländern. Das ist nichts Neues für das 1911 eröffnete Haus: Seit Jahrzehnten sieht es sich Fusionsversuchen und finanziellen Kürzungen ausgesetzt. Schon der bis 2017 amtierende Intendant Norbert Hilchenbach hatte angesichts der klammen Kassen der Kommune...
