Alles für die Kunst
Am 22. Juli brach der Dirigent Stefan Soltesz während einer Vorstellung von Richard Strauss’ Oper »Die schweigsame Frau» im Orchestergraben des Münchner Nationaltheaters zusammen und starb wenig später. Er wurde 73 Jahre alt. Am selben Ort, fast auf den Tag genau vor 54 Jahren (am 20. Juli 1968), stürzte der Dirigent Joseph Keilberth bei einer Festspielaufführung von Wagners «Tristan und Isolde» zu Boden und konnte nicht wiederbelebt werden. Vom damaligen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper heißt es, er sei so gestorben, wie er es sich gewünscht habe.
Derart romantisch-makabre Wunschvorstellungen sind bei einigen Großkünstlern belegt. Doch nicht im Fall von Soltesz, diesem vitalen, unsentimentalen Künstler. Und doch passt sein plötzlicher Tod am Pult zu dem manischen Workaholic, der noch weitreichende Pläne hatte; zumal für die «Neben-Sträusse» wollte er sich einsetzen.
Stefan Soltesz entstammte der deutsch-österreichischen Dirigententradition, er wurde am 6. Januar 1949 in Nyíregyháza im Nordosten Ungarns geboren. 1956 kam er nach Wien, wo er Mitglied der Wiener Sängerknaben wurde, was womöglich erklärt, dass er als Intendant stets ein besonders gutes Ohr für ...
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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Regine Müller
Frau Willis-Sørensen, glauben Sie an Wunder?
(lacht) O ja! Schauen Sie nach draußen, die Natur ist der beste Beweis dafür: Nach einem Winter kommt der Frühling. Und solche kleinen Wunder passieren täglich, sie helfen uns, nicht so hoffnungslos durch die Welt stolpern zu müssen.
Müssen die Wunder religiöser Natur sein, oder dürfen es auch einfach nur Wunder der...
Unter den zahllosen berühmten Arien aus Georg Friedrich Händels Opern und Oratorien ist sie vielleicht die berühmteste; fast jede Gesangsstudentin und jeder Counter mit Sopranstimme hat die Noten von «Ombra mai fu» irgendwann während ihrer (respektive seiner) Ausbildung auf dem Pult gehabt – einmal, weil dieses zauberhaft-versonnene Schattenstück aus Händels...
Der Tod verweigert seine Arbeit. Und das hat erhebliche Konsequenzen: Es kann nicht mehr gestorben werden. Was an sich (vielleicht) eine gute Botschaft wäre, hat allerdings einen kleinen Haken: Das Leiden der Menschen verringert sich keineswegs. Zumal Kaiser Overall an die Fortsetzung des Krieges mit allen Mitteln denkt. Die Dezimierung des Feindes bleibt jedoch...
