Wiener G’schichten
Zuerst einmal sei von Nestroy die Rede, den die Wiener so lieben, von «Einen Jux will er sich machen», vom «Zerrissenen». Oder von «Freiheit in Krähwinkel». Vielleicht auch vom «Bösen Geist Lumpazivagabundus». Denn zwischen den Assoziationen, die diese Titel auslösen, pendelt die Posse, die im Moment in Wien um den Staatsoperndirektor aufgeführt wird. Wer kommt nach Ioan Holender? Gerüchte lassen die Diskussionen erglühen, füllen die Gazetten.
Im Gespräch sind einige, doch soll der Nachfolger bereits feststehen – in Person des Tenors Neil Shicoff, eines Freundes von Kanzler Alfred Gusenbauer. Wird also die Ausschreibung der Position im Frühjahr auch zur Nestroy’schen Posse? Wir kommen am Schluss dieses Berichts darauf zurück.
Wichtiger scheinen zunächst die Konstellationen, die es auf der Bühne gab. Etwa bei der Staatsopern-Premiere von Massenets «Manon» – natürlich mit dem entsprechenden Hype im Vorfeld: Anna Netrebko sang die Titelpartie, wofür sie bereits beim Opernball PR treiben musste, von einem Pferdegefährt aus und mit dem Staatsoperndirektor als Edelkutscher in roter Livree. Die andere Hälfte des «Traumpaars der Oper», Rolando Villazón, war zu dieser Zeit auch in Wien, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus»...
Die Vlaamse Opera hat sich das Ziel nicht nur eines modernen, sondern eines zeitgemäßen «Rings» gesetzt. Und das laut Jahresprogramm gleich in dreierlei Hinsicht. Einmal in der Regie von Ivo van Hove, dann durch das Engagement schlanker, junger Stimmen, schließlich mit einem analytisch-entschlackten Orchesterklang. Zumindest hinsichtlich der ersten beiden Punkte...
Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh’n. Nicht nur als Sprachübung ist Iberien seit Langem auf der Musiktheaterbühne präsent, sondern in vielen anderen Facetten, als Schauplatz zahlloser Opernhandlungen von «Carmen» bis zu Udo Zimmermanns «Die wundersame Schustersfrau», durch zahlreiche renommierte Sänger von de los Angeles, Alvarez (Carlos und Marcelo),...
