Wieder im Kommen?
Zwei Außenseiter, ohne Zweifel. Der eine, Ermanno Wolf-Ferrari, hin und her gerissen zwischen dem Hang zur bittersüßen Melancholie und einer gewachsenen Liebe zu einer Art Rokoko-Verismus. Der andere, Nino Rota, dessen «Schicksal» es war, im falschen Jahrhundert (und für das falsche Genre) zu komponieren – allzu wenig hatte das «Zeitalter der Extreme» übrig für verspielt-buffoneske Schöpfungen. Die Musikgeschichte hat beiden einen Platz weit unterhalb des Olymps zugewiesen – nicht ganz zu Unrecht, jedoch mit ästhetisch zumindest biegsamen Argumenten.
Gewiss, beide Komponisten setzten keine Maßstäbe, und erkennbar wohnt ihren Schöpfungen der Hauch des Restaurativ-Eklektischen inne. Wie lohnenswert ein Blick in die Kompositionswerkstatt dieser Tonsetzer dennoch sein kann, haben nun gleich mehrere Opernhäuser gezeigt.
Den Gipfel markiert, in jedweder Hinsicht, Gelsenkirchen mit einem doppelten Rota. Als Prolog auf dem Theater figuriert die deutsche Erstaufführung der Idylle «La scuola di guida»; ein viertelstündiges Amüsement, gespickt mit albernen sexuellen Anspielungen, dramaturgisch aber sinnvoll, weil es die Vorgeschichte erzählt: wie der Quartier-Casanova ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten
Venedig ist ans Wasser gebunden – auf Gedeih und Verderb. Einst nannte man die Stadt im nordöstlichen Tiefland Italiens die «Königin der Meere». Doch sie wird von der Adria auch immer wieder angegriffen. «Aqua granda» nennen die Einheimischen die tückischen Fluten, die der Scirocco vor allem im Herbst in die Lagune drückt. «Alle Jahre wieder, Anfang November /...
Frau du Randt, gibt es überhaupt noch etwas, das Sie noch nicht gesungen haben?
Aber natürlich habe ich noch Wünsche! Die Marschallin zum Beispiel. Überhaupt würde ich gern mehr Strauss singen. Ich kann schon Dramatischeres riskieren, dann aber eben mit den Möglichkeiten meiner Stimme. Ich will sie nicht zu irgendetwas treiben oder jemanden nachahmen.
Wobei es...
Schon Giacomo Puccini hätte aus Franz Molnárs «Liliom» gern eine Oper gemacht. Der Grund hierfür lag auf der Hand: Das Kleine-Leute-Milieu der «Vorstadtlegende», der machohaft rüde, dann aber doch nicht völlig schlechte Jahrmarktsausrufer Liliom und seine Braut Julie, die so stur wie hingebungsvoll hinnimmt, dass er sie schlägt – es wäre der perfekte Stoff für...
