Von Pappe
Dass das alte, recht kleine Theater in Glyndebourne für Mozart ideal war, konnte man mit Fug und Recht behaupten. Der inzwischen 20 Jahre «alte» Neubau mit seinen 1200 Plätzen ist hingegen groß genug für einen ausgewachsenen «Rosenkavalier» (siehe OW 7/2014).
Warum aber verstieg man sich darauf, Mozarts frühes dramma giocoso «La finta giardiniera» mit etlichen unerfahrenen Sängern und einem aus der Off-Szene kommenden Regisseur auf die Bühne zu bringen? Wollte man testen, wie weit sich die Kosten einer Produktion drücken lassen, ohne die Stammgäste zu verprellen, von denen drei Viertel mehr als 110 Pfund für eine Karte hingeblättert hatten? Auf Reife und Erfahrung zu setzen, wäre bei diesem kniffligen Werk allemal klüger gewesen. Denn wie packend «La finta giardiniera» sein kann – das haben Regisseur Tim Albery, Dirigent Ivor Bolton und eine exzellente Besetzung in einem Gastspiel der Opera North 1991 schon vorgeführt.
In der Neuproduktion wird das Stück gleichzeitig zurechtgestutzt und aufgehübscht. Um den Plot zu glätten, siedeln Frederic Wake-Walker und sein Ausstatter Antony McDonald das Geschehen in einem halb verfallenen barocken Salon an. Zur Ouvertüre durchlebt Belfiore ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Tom Sutcliffe
Ein großer Tag für Bühnenbildner Christian Schmidt. So raffiniert waren die beiden Drehbühnen mit der seit dem Theaterbrand modernisierten Technik noch nie gehandhabt worden. Das innere und das äußere Segment waren dermaßen minuziös ineinander verzahnt, dass, mit dem Eindruck gegenläufiger Bewegungen, filmisch fließende Bilder entstanden. Inszenierte...
Der Komponist Gerhard Stäbler (Jahrgang 1949) gehört zu den Künstlern, die auf Messers Schneide operieren. Die gleichermaßen der angeblich reinen Autonomie des Ästhetischen (zumal der Systemgläubigkeit der Darmstädter Serialismus-Schule, die so monolithisch-dominant freilich gar nicht war) wie der Traditionsgattung Oper misstrauen, aber auch dem postmodernen...
Die Londoner Wigmore Hall, Lieblingskonzertsaal vieler Liedsänger und Kammermusikensembles, lädt regelmäßig herausragende Künstler zur Gestaltung einer eigenen Konzertreihe ein. In der Saison 2012/13 war Iestyn Davies «countertenor in residence». Die Mitschnitte von zwei seiner drei Konzerte sind beim hauseigenen Label der Wigmore Hall erschienen und zeigen zwei...
