Foto: Berliner Rundfunkchor/Lovis-Ostenrik

Von Bach bis Weltmusik

Das Lutherjahr klingt aus – der Berliner Rundfunkchor steuert noch eine Konzertperformance von Robert Wilson bei

Opernwelt - Logo

So viel Luther war nie. Bücher, Ausstellungen, Podien, Feiern, musikalische Reverenzen – der Reformator als Superstar. Seine Wittenberger Thesen: als Urknall des Protestantismus und früher Ausblick auf die Modernisierung des Abendlandes gefeiert. Was Doktor Martinus da vor 500 Jahren angestoßen hat, hallte im ausklingenden Jubiläumsjahr in allen Tonlagen nach. Buchstäblich.

Wenn Martin Geck «Luthers Lieder» als «Leuchttürme der Reformation» deutet (Olms Verlag, 144 Seiten, 16,80 Euro), dürfte er allerdings weniger an die verkümmerte Gesangskultur evangelischer Kirchengemeinden gedacht haben als an jene 13 (Chor-)Kantaten, die Johann Sebastian Bach auf Texte des aufsässigen Augustiner-Mönchs komponierte – Christoph Spering hat sie zwischen 2014 und 2016 mit dem Neuen Orchester und Chorus Musicus Köln jenseits starrer Authentizitäts- und romantischer Innerlichkeitsgebote eingespielt (dhm/Sony, 4 CDs). Andere ließen sich gar hinreißen, neue Töne zu riskieren: Kurz vor dem großen Feiertag am 31. Oktober hob die Staatskapelle Halle ein «Luther»-Oratorium des Argentiniers Oscar Strasnoy aus der Taufe (Libretto: Christoph Hein); der in Deutschland lebende Brasilianer Jean Kleeb verfasste ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Lehrstück und Seelendrama

Die Liste der bemerkenswerten Händel-Einspielungen wächst, die Repertoirelücken füllen sich langsam. Dafür sorgen nun auch die Neuaufnahmen von «Ottone», dem Erfolgsstück aus Händels erster Londoner Academy 1723, und «Il trionfo del Tempo e del Disinganno». Vom «Trionfo» gibt es im Handel zwar gut ein halbes Dutzend CD-Aufnahmen, aber mit der Neuproduktion vom...

Segen der Technik

Ein gutes Foto, sagt Werner Kmetitsch, kann jeder schießen, auch in der Oper. «Das ist mit der heutigen Technik kein Problem mehr.» Aber eine komplette Produktion zu fotografieren, Szene für Szene, stets verlässlich auf demselben hohen Niveau – das mache den Unterschied zwischen Hobby- und Profifotografen aus. Und Profi wollte Werner Kmetitsch eigentlich nie...

Unveräußerliches Erbe

«Das war nicht leicht zu machen», notierte Paul Hindemith in seinem Werkverzeichnis über die Arbeit an der Erstfassung von «Das Marienleben» auf Gedichte von Rainer Maria Rilke (1922/23). Zugleich war er stolz auf «das Beste», was er je gemacht hatte. Der gleichen Ansicht war Glenn Gould, der vom «größten je komponierten Liederzyklus» sprach, den der Komponist...