Verbeugung vor der Tradition
Hübsch ist der Tod. Sexy, ob im Pailletten-Fummel oder im Weißkittel als Dottoressa Mirakel. Vor allem aber: Er ist die heiße Affäre jenes Mannes, der nun aus dem Schattenreich zurückkommt – und vielleicht, wenn die Liebe der im Diesseits verbliebenen Mutter oder seiner Gattin stark genug ist, wieder unter die Lebenden darf. Ein Mann, drei Frauen, man ahnt es schnell, dass es kein Happy End geben kann. Ein wenig hat es gedauert, 14 von 17 Festivaltagen, um genau zu sein, dann war der Erfolg da. Eine Uraufführung mit doppelter Finalwirkung.
«Das geopferte Leben», dieser umgekrempelte Orpheus-Mythos von Hèctor Parra, war nicht nur die letzte Produktion der diesjährigen Münchener Biennale, sie markierte zugleich das Ende der Ära von Peter Ruzicka. Vieles könnte man folglich in den Neunzigminüter, der mit Barockem und Modernem jongliert, hineingeheimnissen, Grundsätzliches, Bilanzierendes. Und einem solchen leisen Denker wie Ruzicka ist zuzutrauen: Genau das hat er auch beabsichtigt.
Bemerkenswert vor allem beim 14. Durchgang dieses weltweit einzigartigen Festivals: So viel schnell (Er-)Fassbares war lange nicht. Eine Biennale, die sich nicht mutig ins Irgendwohin bewegte, sondern vor ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Markus Thiel
Gerhard Persché: Letztes Jahr störte der Schriftsteller Philip Hensher das Britten-Centenary, indem er die Meinung vertrat, nicht eine einzige von Brittens Opern wäre musikalisch so interessant wie «Punch and Judy». Ob Britten spürte, dass ihn da einer überflügelte und deshalb 1968 aus der Uraufführung von Harrison Birtwistles bitterbös-skurriler Tragikomödie floh?
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Impressum
55. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752269
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.06.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Peter Konwitschny ist mit Johann Sebastian Bach groß geworden. Weil sein Vater Franz von 1949 bis 1962 Gewandhauskapellmeister war, wuchs er in der Bach-Stadt Leipzig auf. Viel später, an der Oper, wo er von 2008 bis 2011 Chefregisseur war, begann er, sich die Kantaten vorzunehmen: «Ich habe genug» war 2009 die erste, 2010 folgte «O Ewigkeit, du Donnerwort» (BWV 60...
