Tausendjähriges Reich

Bratislava, Suchon, Svätopluk

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Glücklich das Land, das keine Helden braucht, schrieb Bertolt Brecht. Hinsichtlich von Svätopluk dem Ersten aus dem Geschlecht der Mojmiriden (gestorben 894) ist der Slowakei in dieser Hinsicht kein Vorwurf zu machen, denn «Held» war er keiner. Vielmehr ein Realpolitiker höchsten Grades, rücksichtslos in der Durchsetzung seiner Ziele. Unter ihm wurde Großmähren zum mitteleuropäischen Imperium.

Vor seinem Tod, erzählt die Legende, habe er seine drei Söhne zu sich gerufen, jedem einen Weidenzweig in die Hand gegeben und ihnen befohlen, diesen zu brechen, was den Prinzen mit Leichtigkeit gelang. Doch als der König die drei Weidenzweige zusammenbinden ließ und seine Söhne danach aufforderte, das Bündel zu brechen, gelang es ihnen nicht. Auf diese Weise demonstrierte Svätopluk die Notwendigkeit des Zusammenhalts. Doch die Demonstration fruchtete wenig: Nach seinem Tod bekriegten die Söhne Mojmír, Svätopluk jr. und Predslav sich, teilten das Reich untereinander auf, worauf es, geschwächt, zerfiel.
Die Weidenzweiggeschichte erscheint auch in der Oper «Svätopluk» des slowakischen Komponisten Eugen Suchon. In diesem Werk stirbt der König (in Bratislava der expressive Ján Galla) angesichts ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhard Persché

Vergriffen
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