Sinatra kann man nicht toppen

Timing und Feeling müssen stimmen. Egal, ob man Pop, Jazz oder Oper singt. Sagt der schwedische Bariton PETER MATTEI. Und erklärt, warum er sich bei Mozart zu Hause fühlt, sich mit Verdi schwer tut, als Wagners Wolfram erst spät den Durchbruch schaffte und keine Lust auf Facebook hat

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Herr Mattei, im neuen Berliner «Tannhäuser» von Sasha Waltz sangen Sie einen fantastischen Wolfram. Ein Rollendebüt?
Nein, das schien nur so. Ich hatte die Rolle schon vor acht Jahren an der Mailänder Scala gesungen. Es war ein großer Erfolg, aber ich habe den Wolfram nicht wieder angeboten bekommen.

Wie ist das möglich?!
Das sind die unergründlichen Wege der Besetzungspolitik. Es gibt Fälle, wo man durch ein geglücktes Debüt gleich in ein ganz anderes Fach und Fahrwasser hineingerät. Was auch gefährlich sein kann.

Und es gibt den gegenteiligen Fall. Ob man engagiert wird oder nicht, hängt zum Beispiel davon ab, wer die betreffenden Aufführungen gesehen hat. Und ob darüber berichtet wurde. Bei Wolfram war es so, dass ich die Rolle sogar selbst mehreren Theatern angeboten habe. Ich hätte sie sehr gern schon früher wieder gesungen. Aber niemand wollte.

Singen Sie die Rolle heute anders als vor acht Jahren?

Ja, damals hatte ich noch nicht Amfortas gesungen. Dieser Amfortas in «Parsifal» ist eine in sich ruhende Figur, die sich kaum entwickelt. Ganz anders Wolfram, der im Grunde genommen vier verschiedene Rollen umfasst. Sowohl vom Ausdruck her als auch im Hinblick auf die Tessitura. Man ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Interview, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser

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