Schwarz und Weiß

Heidelberg: Verdi: Otello

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Auf einen Sturm und peitschendes Wasser wartet man vergeblich. Der neue «Otello» in Heidelberg, die erste Arbeit des Regisseurs Alexander Fahima an einem größeren Stadttheater, ist das Gegenteil einer realistischen Lesart: abstrakt und stilisiert bis in die Kostüme. Bühnenbildner Bart Wigger hat eine schwarz geteerte Mauer aus Holz errichtet. Anklänge an die Seefahrt sind also da, mehr noch ist diese Mauer aber Abbild von Otellos bedrängter, dunkler Seele. Bis zur Decke reicht sie, der Platz, der davor zum Agieren bleibt, ist schmal.

Immer wieder öffnen sich große und kleine Fenster, in denen wichtige Szenen spielen. Sie erlauben Einblick in die Psyche der getriebenen Hauptfigur und wirken, als sei das Geschehen durch ihr Bewusstsein reflektiert. Der scharfe Schwarz-Weiß-Kontrast der Kostüme (Reinhard von der Thannen) suggeriert, dass es in dieser Welt keine Zwischentöne gibt, nur die Gesellschaft der Venezianer auf der einen Seite und das Fremde, verkörpert durch den dunkelhäutigen Krieger, auf der anderen.

Dieser Otello ist ein Hüne von Mann. Gewaltig, massig, Ehrfurcht gebietend – ein Schlachtross, ein Held, ein Führer. Der Texaner Ray M. Wade, Jr. verleiht dieser Figur schon in ...

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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Udo Badelt

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