Russische Passion

Teodor Currentzis und Peter Sellars versenken sich am Teatro Real in Tschaikowskys «Iolanta» und Strawinskys «Perséphone»

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Fangen wir an mit den Farben. Mit dem Rot, Gelb und Blau, dem Weiß, Schwarz und Grau der bühnengroßen Prospekte, die hinten auf- und niederfahren. Unentwegt verändern die riesigen Leinwände ihre Anmutung, in sanft fließender Bewegung. Strahlen wie die Sonne, glühen wie Höllenfeuer, werden dunkel wie die Nacht, grünen wie der Frühling. Metamorphosen des Lichts, die an die color field-Malerei des amerikanischen Expressionismus denken lassen.

An Mark Rothko und Barnett Newman, jene Mys­tiker der Pigmente und Propheten der reinen Abstraktion, die mit jedem ihrer großformatigen Bilder das Erhabene suchten, einen Hauch der Ewigkeit. Eine Wahrheit, die allen Ballast der Geschichte und des Gedächtnisses abgeschüttelt, sich gleichsam auf null zurückversetzt hat.

Wenn heute noch ein Regisseur an das Erhabene glaubt, dann heißt er Peter Sellars. Die Macht der Künste, eine existenzielle «Bewegung des Gemüts» (Kant) auszulösen oder uns, wie Schiller es formulierte, «einen Ausgang aus der sinnlichen Welt» zu verschaffen, um eine höhere Wahrheit zu schauen – an dieser Utopie hält Sellars fest. Natürlich ist er kein Mann der ästhetischen Theorie, und das (politische) Thesentheater ist ihm so fremd ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Mission Madrid, Seite 22
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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53. Jahrgang Nr. 3

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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 10.02. 2012.

 

Redaktion:
Stephan Mösch 
Albrecht...