Prima le parole, dopo la musica
Sieht man von Emilio da Cavalieris (im Stil opernhafter, dem geistlichen Inhalt nach aber eher dem, was man später Oratorium nennen wird, zugehöriger) «Rappresentazione di Anima e di Corpo» (1600) ab, war Domenico Mazzocchis «La catena d’Adone» (1626) die erste Oper, die in Rom aufgeführt wurde. Der belgische Bassist Nicolas Achten hat sie nun mit seinem achtköpfigen Brüsseler Instrumentalensemble Scherzi Musicali klanglich brillant und stilistisch auf der Höhe unserer Zeit gültig eingespielt.
Viele Spezialeffekte – Büffellederregister sowie wechselnde Bespannungen mit Metall- und Darmsaiten beim Cembalo, Diskantinstrumente der Theorben- und Spinett-Familie usw. – sorgen für einen ungewöhnlichen Reichtum unterschiedlicher Farben, die bestimmten Figuren, Situationen und Affekten zugeordnet sind. Im Ganzen aber unterscheidet sich der Höreindruck nicht wesentlich von dem, was man von anderen Opern der Zeit (Peri, Caccini, Cavalieri, Monteverdis «Orfeo») kennt. Mehr als die Hälfte des Reizes liegt in der prachtvollen Verssprache Ottavio Tronsarellis und der Kunst biegsam-geschmeidiger Deklamation. Die Figuren diskutieren und demonstrieren die wirklichkeitsschaffende Macht oder Ohnmacht ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 19
von Boris Kehrmann
Von Wien bis Lyon und Monte Carlo – Kurzopernabende haben im Moment Konjunktur. Lübeck schließt sich dem Trend in dieser Saison gleich zweimal an: Nach «La vida breve» und «Cavalleria rusticana» jetzt (in Koproduktion mit dem «Festival della Valle d’Itria» in Martina Franca) mit den beiden Rarissima «Der Ring des Polykrates» von Erich Wolfgang Korngold und Ernst...
Im November 2010 hatte Jakob Peters-Messer die traurige Ehre, die letzte Produktion der Opera Ireland zu betreuen, bevor die Company sich gezwungen sah, den Musiktheaterbetrieb einzustellen. «Tosca» stand damals auf dem Programm. «Liebe und Kunst haben in Zeiten tödlicher Politik keine Chance», fasste ein Kritiker die Botschaft der Inszenierung zusammen, die mit...
Knapp eine Viertelstunde vor Schluss, einen Takt nach Ziffer 199 a des Klavierauszugs, betritt Freud in Gestalt des Tenors Manuel von Senden die Bühne. Mürrisch beklagt er die mangelnde Illumination des (von Katrin Connan aus durchsichtigen Folien errichteten) Etablissements für mental Instabile, überlässt sich leichtsinnigerweise der Führung einer beflissenen...
