Plombenzieher
Toffee in moderation is a capital thing», sagt der Duke of Dunstable in Gilbert und Sullivans Präraffaeliten-Parodie «Patience». Naschwerk in Maßen ist großartig, aber zum Frühstück, zum Dinner, zum Tee? Nicht auszuhalten. Doch genau das serviert uns Rolando Villazón als Regisseur von Gaetano Donizettis «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» (1827), hierzulande besser bekannt als «Viva, la mamma!», an der Wiener Volksoper: Sahnebonbon folgt auf Sahnebonbon, picksüß und schwer verdaulich.
Villazón bekommt freilich Applaus, schon bevor der Vorhang sich hebt.
Besser gesagt: seine Stimme auf Band, für die auf Spanisch geäußerte Bitte, die Mobiltelefone abzuschalten und nicht zu fotografieren. Wobei er die Ansage im flotten Singeton beendet. So ist er eben, und deswegen mag man ihn: immer etwas überdreht. Ein Zappelphilipp, liebenswert, charmant, vielseitig und klug. Das ist diese Inszenierung leider nur selten.
Trotz seiner reichen Bühnenerfahrung macht der Tenor als Regisseur erstaunlicherweise den Anfängerfehler, nichts auslassen zu können. Kein Klischee, keine grelle Pose. Natürlich kondensiert Donizetti hier Theaterstereotype zur Parodie, doch hätte man das Ganze gern etwas ...
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Opernwelt März 2015
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Gerhard Persché
Herr Kmentt, Sie haben unzählige Schallplatten gemacht, waren aber zugleich eine echte Wiener Ensemblepflanze. War der Schutzraum der Wiener Staatsoper mitverantwortlich für die Dauer Ihrer über 40-jährigen Karriere?
Nein, ich glaube nicht. Jeder muss mit seinen eigenen Problemen kämpfen, ob innerhalb oder außerhalb eines Ensembles. Ich erhielt gleich zu Anfang...
Sucht man nach einer Art Gegenentwurf zu den vor allem in den Neunzigerjahren medial in Szene gesetzten Arena-Veranstaltungen der «Drei Tenöre», so dürfte man einen solchen, subtil ins Hausmusikalische gewendeten Kontrapunkt in der neuen Aufnahme mit Christoph und Julian Prégardien finden. Vater und Sohn gestalten, begleitet von dem stets inspirierten Pianisten...
Liebhabern und Kennern der Barockoper ist der Name Agostino Steffani schon seit Langem vertraut, einer breiteren Öffentlichkeit dürfte der Komponist aber erst durch Cecilia Bartolis Projekt «Mission» im Jahr 2012 bekannt geworden sein (siehe OW 11/2012). Die gleichnamige CD bietet unter anderem drei Ausschnitte aus dem Dramma per musica «Niobe, regina di Tebe»,...
