Passion und Melancholie

Roberto Alagna und Patricia Petibon erkunden den hispanisch-südamerikanischen Raum

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Er habe, lässt Roberto Alagna im Booklet seines Crossover-Albums «Pasión» mitteilen, die darin präsentierten südamerikanischen Lieder «auf keinen Fall in die samtig-goldene Atmosphäre der Opernhäuser versetzen wollen». Vielmehr suchte er «die Schlichtheit und Leidenschaft der Tanzlokale». Das klingt, als wolle der Tenor, der nach eigener Aussage sein erstes Geld als Nachtklubsänger verdiente, sich dafür entschuldigen, dass er später in die bürgerliche Welt der Oper eintauchte.



Dabei gibt es dieses «Crossing over», wie der Angelsachse den Grenzgang zwischen den Welten – vom sogenannten Seriösen zum Divertissement und umgekehrt – nennt, schon lange. Mozart etwa hätte dies nicht als grenzüberschreitend empfunden; die strikte Trennung von «E» und «U» ist das Relikt einer vor allem im Deutschland des 19. Jahrhunderts verbreiteten Haltung. Ein halbes Jahrhundert etwa ist es nun her, dass man auch in Europa begann, sich ernsthaft um den Dialog zwischen beiden Welten zu bemühen – ausgehend von der Erkenntnis, dass in der populären Kultur ungeheure Kraft steckt, die über schiere Unterhaltung weit hinausgeht. Also begann man, Massenunterhaltung ernst zu nehmen.

Vertrackt wurde dies, wie ein ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 22
von Gerhard Persché

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