Nonsens nonstop
Furien sind grausam und launisch. Die der Ausmerzung scheint zudem vergesslich. Manch fälligen Richtspruch versäumt sie aus Schlamperei, manch anderes aus Schussligkeit. Ach ja, da gab es doch dieses kleine Meisterwerk «La Dame blanche» des liebenswürdigen François-Adrien Boieldieu, ein funkelndes Juwel der Opéra Comique? Auch in deutschen Landen bekannt und beliebt bis mindestens zur vorigen Jahrhundertmitte. Aber die Furie brachte es weder fertig, das Stück aus der Erinnerung der Opernfreunde völlig zu vertreiben noch ihm auf unseren Spielplänen wieder zur Geltung zu verhelfen.
Listig an dieser unerforschlich bösartigen Instanz vorbei brachte das mutige Gießener Stadttheater es jetzt aber doch auf die Bühne – unter dem deutschen Titel »Die weiße Dame».
Die deutsche Neuübersetzung von Regisseur Dominik Wilgenbus war, man konnt’s erahnen, lustig und animierend. Ohne Übertitelung ging leider das meiste verloren. Nicht misszuverstehen war indes die voll aufgedrehte Komik der Inszenierung, die Wilgenbus sowohl den Einzelfiguren als auch dem mal virtuos, immer liebevoll geführten Chor einimpfte. Das wippte, tänzelte und schunkelte, oft mit choreografischer oder gar marionettenhafter ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Hans-Klaus Jungheinrich
Es gibt Partituren, die nach ihrer Uraufführung vergessen werden, im Strudel der Gezeiten untergehen und am Ende nurmehr eine Fußnote wert sind. Umso hellhöriger wird man, wenn im ausgehenden 17. Jahrhundert selbst Jahrzehnte nach einer Premiere noch über deren sensationellen Erfolg berichtet wird. Mag dies der Kompilationssucht der Zeitgenossen geschuldet sein,...
Das Gezerre um die Zukunft geht in die nächste Runde. Und es deutet alles darauf hin, dass Sewan Latchinian, der streitbare Intendant des Volkstheaters Rostock, seinen Kampf um die Erhaltung aller vier Sparten verloren hat. Bürgermeister Roland Methling (parteilos) und Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Kulturminister Mathias Brodkorb haben sich durchgesetzt: Schauspiel...
Wenn der Autor eines Textes über klassische Musik Engländer sei, stichelte der Dirigent James Levine einmal in einem Interview, könne man das auch ohne Namensangabe sofort erkennen. An den überschwänglichen Verweisen auf Bax, Delius, Tippett oder Brian. Oder auf Holst. Oder eben auf Ralph Vaughan Williams (1872-1958).
Letzterer, dem Nicht-Briten vor allem als...
