Mätzchenfrei

Christian Stückl inszeniert in Oberammergau den «Fliegenden Holländer»

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Ein biografischer Bezug? Den gibt es sogar im Fall von Oberammergau. 1871 reiste Richard Wagner zum Passionsspiel, ließ sich fürs eigene Œuvre inspirieren, von der Landschaft hinreißen. «Hier ist alles über jede Beschreibung hinaus schön», notierte er. Doch eigentlich braucht das Holzschnitzerdorf, inmitten der alle zehn Jahre stattfindenden Kreuzigungsspektakel, längst auch Musik- und Theaterort, keine Zitate, um den jüngsten Streich zu rechtfertigen.

Entscheidend für den «Fliegenden Holländer» im Passionstheater war vor allem zweierlei: ein Chor, der sich bis auf ein paar Profiverstärker aus Laien zusammensetzt, sowie ein Regisseur, der Mitspieler, Sponsoren und Publikum regelmäßig entzündet.

Christian Stückl, Oberammergauer, Passionsspielleiter, Intendant des Münchner Volkstheaters mit gelegentlichem Hang zum Musikdrama, beweist nach zwei «Nabucco»-Sommern nun: Oper hat ihren Platz unterm Kofel. Der Rezeptionsgeschichte Neues hinzuzufügen, war nicht beabsichtigt. Stückl erzählt klar, nachvollziehbar, mätzchenfrei – und spielt damit seine Trümpfe als Animateur, Motivator und Basisarbeiter aus. Sämtliche Zutaten sind vorhanden: Matrosen in Ölzeug, eine Geistermannschaft mit ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Markus Thiel

Vergriffen
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