Kollateralschäden
Das Größte an dieser letzten zu Lebzeiten des Komponisten aufgeführten Tragédie sei die Musik, sagt Christian Curnyn, der – nach seinem Hausdebüt mit «Castor et Pollux» – zum zweiten Mal als Rameau-Spezialist an die Komische Oper engagierte Gastdirigent aus England. Wohl wahr.
Die schwirrende Harmonik, die klanglichen Kontraste, das Vexierspiel der Instrumente, der bald stockende, bald rasende Puls – dass «Zoroastre» außergewöhnliche Töne anschlägt, ist spätestens seit den auf CD konservierten Plädoyers unter Sigiswald Kuijken (1983) und William Christie (2002) kein Geheimnis mehr. Allein, von der herben Eleganz, von jenem kühnen élan vital, der das Pariser Publikum im Uraufführungsjahr 1749 zunächst verstörte, erst 1756 erfasste, als Rameau und sein Librettist Louis de Cahusac das Stück dem (inzwischen auf italienische buffa-Muster abfahrenden) Zeitgeist angepasst hatten, war in Berlin wenig zu vernehmen. Die ingeniöse Verblendung von Rezitativen und petits airs, der improvisatorische goût der Divertissements, die unendlich differenzierte Sprachmelodie verschwanden in einem zähen Strom. Statt die gleichsam aus winzigen Partikeln montierte «monströse» Modernität der Partitur zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny: 22., 25., 26., 27., 29.
Buenos Aires Lírica
Tel. +54-11-48 12 63 69
www.balirica.org.ar
– La Bohème: 11., 13., 17., 19.
Australien
Adelaide
State Opera of South Australia
Tel. +61-8-82 26 47 90
www.saopera.sa.gov.au
– Gianni Schicchi/La vida breve:...
Es gibt Opernhäuser, die wollen schon von außen zeigen, wie bedeutend sie sind – Palermos Teatro Massimo gehört zweifelsohne zu ihnen. Eine monumentale Freitreppe führt zu einem neoklassizistischen Portikus, der von sechs hoch aufragenden korinthischen Säulen getragen und von zwei bronzenen Löwen bewacht wird. Eine mächtige Kuppel überspannt den Zuschauerraum (für...
Mit Ausnahme der unglücklichen Marfa in Nikolai Rimsky-Korsakows «Zarenbraut» hat Olga Peretyatko bisher hauptsächlich Partien des italienischen Opernrepertoires interpretiert. Auf ihrer neuesten, vierten CD stellt sie sich erstmals mit russischen Arien und Liedern vor – für westliche Hörer, wenn man von Sergej Rachmaninows unverwüstlichem Bravourstück «Vocalise»...
