Klassenkampf
Totenbleich, mit Mord in den Augen und Rasiermesser in der Hand, schaut Sweeney Todd maliziös grinsend in den Zuschauerraum. Obwohl er erst vor wenigen Momenten den Bühnentod gestorben ist, steht der «Demon Barber of Fleet Street» aufrecht auf seinen zwei Beinen, als der Vorhang fällt. Eine Legende stirbt eben nicht. Auch nicht an der Komischen Oper im Schiller Theater, wo Stephen Sondheims schwarzhumoriges Erfolgsmusical «Sweeney Todd» von 1979 nun in einer Neuinszenierung von Barrie Kosky zu sehen ist.
Den Barbier Sweeney Todd treibt die wilde Rachsucht.
Seit ein reicher, aber moralisch verkommener Richter seine Frau vergewaltigt hat, juckt es Sweeney Todd in den Fingern, mit gewetztem Rasiermesser tödliche Rache zu üben. Während er auf den passenden Moment wartet, verwirklicht er gemeinsam mit der Fleischpasteten-Verkäuferin Mrs Lovett eine teuflische Geschäftsidee: Ahnungslosen Kunden, die auf Todds Friseurstuhl Platz nehmen, schlitzt er die Kehle durch, Mrs Lovett verarbeitet die Opfer zu Pasteten und verkauft sie zu gesalzenen Preisen an die begeisterte Kundschaft.
Dem aufmerksamen Rezipienten entgeht durchaus nicht die Gesellschaftskritik, die in dieser Horrorgeschichte ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Anna Schors
arte
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Der britische Dirigent Daniel Harding leitet Chor und Orchester des Teatro La Fenice...
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Auch im Märchenland ist eines klar: Jeder Topf hat seinen Deckel, jeder Prinz muss seine Prinzessin finden. Die Herren der Schöpfung sind dabei mehrheitlich langlockige, muskulöse junge Kerle in Strumpfhosen, die sich an Gemächt und Hintern, Schenkeln und Waden dermaßen gehörig ausbeulen, dass es schon fast ungehörig ist. Und wenn sich ihr Sixpack nicht ohnehin...
