Jugendlich
Vierzehn Tage nach Absage der Händel-Festspiele herrscht Kaiserwetter in Halle. Von Flutschäden ist nichts mehr zu sehen. Nur die Verantwortlichen streiten öffentlich, ob die Absage nötig war. Halles Opernintendant Axel Köhler holt seine ausgefallene Premiere, Händels erste Oper, «Almira, Königin von Kastilien» (1705), nach, weil das Haus die Produktion braucht.
Werk und Produktion sind eine rundum freundliche Sache. Die Melodien purzeln nur so. Händel war 19, als er sein Gesellenstück schrieb.
Der zweite Violinist des Hamburger Opernorchesters platzte vor Einfällen, die er loswerden musste. Sogar «Lascia, ch’io pianga» ist als Thema einer Ballettmusik schon darunter. Die Melodien werden relativ variationslos aneinandergereiht: einfach vorgezeigt, statt entwickelt. 74 Nummern (vier Stunden) enthält das komplette Stück, das Axel Köhler um ein Viertel gekürzt hat. Gut die Hälfte sind Continuo-Arien: Laut Händels Tenor Johann Mattheson, weil der Anfänger noch Schwierigkeiten mit dem mehrstimmigen Satz hatte. Das hört man dem Orchester der anderen Stücke oft auch an, die Melodien werden verblüffend homophon instrumentatorisch eingefärbt. Hier hätte man sich von Andreas Spering, dem ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Boris Kehrmann
Herr Pisaroni, Ihre Popularität in Deutschland ist nicht so hoch wie die von Ildebrando d’Arcangelo oder Erwin Schrott. Braucht man immer noch CDs, um berühmt zu werden?
Sieht fast so aus. Jonas Kaufmann hat mir einmal gesagt: «Mich gibt es doch schon so viele Jahre! Jetzt plötzlich erst geht es los.» Das lag an seinen CDs, mit denen er spät angefangen hat. Dass ich...
Ist das Richard Wagner? Ist das der an mangelndem Selbstbewusstsein wahrlich nicht leidende Meister von Bayreuth, der Zukunftsmusiker, der da auf dem Boden kniet und sich verzweifelt die Ohren zuhält? Und das in Gegenwart eines Frauenterzetts, das ihm sein eigenes «Hojotoho» entgegenschleudert. Ist das jener R., den Ehefrau Cosima in ihren Tagebüchern als «doch...
Es sind vielleicht dreißig Jahre vergangen seit damals. Er kann nicht schlafen. Stumpfsinnig schaltet er die Wohnzimmerlampe an und aus. Klick, klack. Regen prasselt. Im Schlafzimmer wird die Gattin unruhig, steht auf, streicht ihm übers Haar. Er stößt sie weg. Eine Blutlache ergießt sich auf dem Gazeschleier am Portal, das Bild der zarten Butterfly erscheint, auf...
