Kolloraturen gegen die Apokalypse
Frau Kermes, Sie haben Ihre Kollegin Cecilia Bartoli vor Kurzem auf Twitter gedisst, wegen des Covers der «Farinelli»-CD, wo sie ausschaut wie Conchita Wurst …
Naja, Conchita Wurst gibt’s ja nicht mehr, sie ist längst wieder ein Mann mit kurzen Haaren. Außerdem hatte Farinelli nie einen Bart. Mir tut es einfach leid, weil viele Menschen sich darüber lustig machen. Das hat sie ja gar nicht nötig.
So ein Foto hätte man Ihnen auch zugetraut ...
Aber ist das was Neues? Kann man damit noch irgendwen schockieren? Wichtig ist doch der Inhalt.
Warum macht man ein Album? Ich will Menschen mit meiner Musik berühren. Ich möchte sie aufwecken, sie zum Handeln bewegen, denn wir steuern ja längst auf die Apokalypse zu: Klimawandel, Artensterben, Terrorattacken. Die Menschheit ist dabei, sich selbst zu erledigen. Wir müssen wieder die richtige Balance suchen, die wahre Mitte, wir haben eine Verantwortung für die nächsten Generationen. Das ist das Konzept meiner CD «Inferno e Paradiso»: Die sieben himmlischen Tugenden treffen auf die sieben Todsünden.
Sie singen da unter anderem «Poker Face» von Lady Gaga, direkt danach «Erbarme Dich» aus Bachs «Matthäuspassion». Wollen Sie selbst irgendwen ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Michael Stallknecht
Wie Peter Konwitschny vor Jahresfrist in Heidelberg (siehe OW 1/2019) glaubt auch Lorenzo Fioroni nicht mehr an das humanistisch überhöhte lieto fine, das glückliche Ende des «Idomeneo». Auch er negiert die aufklärerisch-dialektischen Energien des utopischem Gesellschaftsentwurfs in Mozarts pessimistischem Lehrstück über eine zu Ende gehende Zivilisation, knüpft...
61. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752330
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Andrea Kaiser | redaktion...
Frau Sarré, es heißt, in den Familien werde nicht mehr gesungen.
Leider. Die musikalische Prägung ist enorm wichtig. Wir müssten eigentlich nicht nur in den Familien ansetzen, sondern auch in den Kindergärten und Schulen. Das passiert zu wenig. Potenzial ist bei Kindern vorhanden, es wird aber zu wenig geweckt. Die Kinder unseres Chors lernen früh auch ein...
