In Swanns Welt

Tassis Christoyannis und Jeff Cohen lassen Reynaldo Hahns Lieder zart erblühen

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Die jüngste Großtat des Palazzetto Bru Zane widmet sich der kleinen Form. Das Centre de musique romantique française ermöglichte dem Bariton Tassis Christoyannis, gemeinsam mit dem Pianisten Jeff Cohen alle 107 Kunstlieder des Komponisten Reynaldo Hahn einzuspielen. Die 4-CD-Box ist optisch aufgemacht wie ein Schmuckkästlein – und enthält tatsächlich jede Menge musikalischer Edelsteine. Selbst eingefleischten Fans der Belle Epoque dürfte kaum ein Dutzend dieser mélodies vertraut vorkommen.


Der 1874 in Venezuela als Sohn eines deutschen Vaters und einer spanischen Mutter geborene Künstler  kam mit vier Jahren nach Paris – und blieb der Metropole bis an sein Lebensende 1947 treu. Sein Kompositionslehrer Jules Massenet führte ihn in die Salons der Aristokratie und des Großbürgertums ein, wo er schnell zu gefallen wusste. Und zwar nicht nur seines angenehmen Äußeren und seines bezaubernden Charmes wegen. Während sich Hahn selber am Klavier begleitete, vermochte er eigene wie auch die Werke anderer Komponisten auf eine so zarte, feinsinnige Weise zu singen, dass ihm Marcel Proust 1894 verfiel. Zwei Jahre dauerte die leidenschaftliche Liebe, bevor eine lebenslange Freundschaft daraus ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Frederik Hanssen

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