Im Spiegelkabinett
Dortmunds Oper ist in der Mitte der Stadt angekommen. Dass es seinem Intendanten Heribert Germeshausen gelungen ist, auch überregionale Aufmerksamkeit zu mobilisieren, zeigt sich bei der Saisoneröffnung mit der Premiere von Mozarts «Figaro»: Da spricht Ina Brandes, die Kultusministerin von Nordrhein-Westfalen ein Grußwort. Und Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt, schwärmt von der besten Auslastung des Opernhauses seit 25 Jahren.
Da weiß der SDP-Politiker noch nicht, dass er eine Woche später in der Stichwahl sein Amt im Herzen des einst roten Reviers einem CDU-Mann überlassen muss: Alexander Omar Kalouti, Pressechef des Theaters Dortmund. Kalouti war in dieser Funktion offenbar so überzeugend, dass die Politik aufmerksam wurde: 2020 fragte ihn der damalige OB-Kandidat der CDU, ob er seinen Wahlkampf unterstützen könne. Das alles spricht für Aufmerksamkeit und Wertschätzung des Hauses in Politik und Öffentlichkeit. Davon können viele andere Häuser nur träumen. Und erst recht von einem kulturaffinen OB.
Als sich der Vorhang hebt, blickt man in einen leeren Raum mit halbhohen Spiegelwänden. Über den Spiegeln finden sich Menschen in Rokoko-Kostümen und mit turmhohen ...
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Opernwelt November 2025
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Regine Müller
Gäbe es nicht die Kategorie der Ironie, man müsste an Werk und Person von Helmut Lachenmann verzweifeln. Allein, der Komponist, der seit Jahrzehnten unweit von Stuttgart, wo er am 27. November 1935 geboren wurde, in Leonberg daheim ist, kommentiert furchtlos die Gegenwart – und hat spontan einen frechen Spruch parat, einen seiner berühmten Schüttelreime. Dann und...
Die Ruhrtriennale ist bekannt für Musiktheater – das ist auch für mich persönlich das eigentliche Zentrum.» So sagt es der flämische Theatermacher Ivo van Hove, seit letztem Jahr Intendant des «Festivals der Künste» in ehemaligen Industriehallen zwischen Bochum und Duisburg. Beim Genre Musiktheater tritt van Hove in die mammutgroßen Fußstapfen seiner Vorvorgänger –...
Am Beginn des neunten Lebensjahrzehnts stand er noch als Barak, sogar als Holländer auf der Bühne, stets bestaunt von der Operngemeinde: In diesem Alter noch solche Monsterpartien? Franz Grundheber dürfte auf solchen Zuspruch zwiegespalten reagiert haben. Ja, eine solche Spätestkarriere empfand er als ungewöhnlich, äußerte sich darüber auch selbstironisch. Und...
