Helles Silber, dunkles Erz
Unter den «Nachtigallen», deren Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ende ging, nahm die früh an Leukämie erkrankte Mado Robin (1918-1960) eine Sonderstellung ein, da sie ein ausgesprochenes Stimmphänomen war. Sie soll angeblich das viergestrichene C erreicht haben, auf jeden Fall entfaltete ihre Stimme über dem dreigestrichenen C ihre ganze Eigenart (und das heißt konkret: einen durchaus noch natürlichen Klang). Sie war eine unvergleichliche Mireille und Lakmé, aber sie beeindruckt auch im italienischen Fach als Rosina, Lucia und Gilda sowie als Königin der Nacht.
Auch zwei hierzulande wenig bekannte Bravourstücke ihres Fachs wie die Couplets de Mysoli aus Félicien Davids «Le Perle de Brezil» und die Lacharie aus Aubers «Manon Lescaut» fehlen in der Preiser-Sammlung aus frühen Decca- und HMV-Aufnahmen nicht. Es ist durchaus legitim, dass Robin ihre Qualitäten ausspielt und in allen Arien nicht komponierte Stratosphärentöne einbaut. Sie ist aber alles andere als ein Singautomat, sondern hat den Seelenton der echten Nachtigall.
Eine Trouvaille für Stimmenkenner ist Maria Gentile (1902-1993), die ihrem Namen alle Ehre macht. Ihre Karriere verlief merkwürdig. Sie ist zwar nie an ...
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Jörg Widmann freut sich darüber, dass der Münchner Uraufführung vor anderthalb Jahren relativ schnell eine zweite Inszenierung von «Das Gesicht im Spiegel» folgt. Außerdem muss nicht wie im Cuvilliés-Theater gegen eine trockene Akustik angekämpft werden, so dass viele Details der Partitur besser zur Geltung kommen – wichtig bei einem so klangorientierten...
Süß, diese Schäfchen. Wirklich entzückend, wie sie da, inmitten der glanzvoll kostümierten und choreografierten Singspiel-Schar, auf ihren blauen Rollen unschuldig weiß übers Parkett gerollt werden und dabei ganz zärtlich und dumm ausschauen – was wiederum zu der an diesem vornehmen Orte erzählten, tränenrührenden Geschichte wunderbar passt: Denn was wäre ein...
Bevor sich der Vorhang der Deutschen Oper Berlin an diesem Januar-Abend hob, dürfte sich die Neugier vieler Besucher darauf beschränkt haben, Deborah Voigt in ihrem Rollendebüt als Marschallin zu sehen. Hieß es doch, die bis vor kurzem bedenklich übergewichtige Diva sei nicht mehr wiederzuerkennen, seit sie ihren Magen auf die Größe einer Walnuss habe verkleinern...
