Haus im Kopf
Nichts von Natur. Keine neblige Ahnung des Unheimlichen. Die Basler «Wozzeck»-Bühne von Silvia Merlo und Ulf Stengl ist ein klinisch weißes Gebäude, über Eck positioniert, das eine geschlossene Anstalt sein könnte. Stahltreppen, blinde Fenster, keine Tür, kein Ein und Aus, kein Entkommen. Die – hinzuzudenkenden – Räume: keine eindeutigen Hinweise, keine Auskunft, wer wo wohnt. Klar einzig: die Praxis des Experiment-besoffenen Arztes – erster Stock rechts, Wartezimmer auf dem Flur, Frauen im Unterzeug, eine Schwangere.
Ein modern anmutendes Gefängnis, viel Glas, von fern Bauhaus-verwandt. Elmar Goerden hat – nach seinem gelungenen «Figaro» am selben Ort – in diesem Ambiente Alban Bergs Büchner-Oper inszeniert.
Bisweilen legt sich, fahl, matt, das Video eines riesigen Antlitzes darüber: Wozzeck wohl, in dessen Kopf sich das Drama zusammenbraut – sein zweites Gesicht, sein galoppierender Wahn, der die zweite Wirtshausszene nur noch wie einen milchig-verschwommenen Film wahrnimmt, der mit Andres in der einzigen tiefgrünen Parzelle der ausweglosen Architektur keine Stecken schneidet, sondern den Kumpel beim Schrubben antrifft. Kein Teich auch am Ende. Stattdessen: eine Badewanne, in der ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Heinz W. Koch
In Deutschland kennt man Raffaello de Banfield, wenn überhaupt, nur aus Künstlerbiografien als Freund bedeutender Künstler, darunter Herbert von Karajan und Maria Callas. Er war daneben aber ein fruchtbarer und in vielen Genres wirkender Komponist, auch ein erfolgreicher Musikmanager, der von 1972 bis 1996 das Teatro Giuseppe Verdi in Triest leitete. Von 1978 bis...
ARTE
2./8./14.11. – 6.00 Uhr
Valeriy Sokolov spielt Bartók.
Film von Bruno Monsaingeon. Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman.
4./10.11. – 6.00 Uhr
Pierre-Laurent Aimard
spielt Liszt. Klavier-Festival Ruhr 2011.
6.11. – 11.05 Uhr
16.11. – 6.05 Uhr
22./28.11. – 6.00 Uhr
Prokofjew – Das unvollendete Tagebuch.
Dokumentation von Yosif Feyginberg.
6.11. – 19.15 Uhr
...
Und es gibt ihn doch: den Berliner Charme. Raffinement ist nicht seine Stärke, er neigt eher zum Rustikalen. Der Ton ist rau, der Witz derber als anderswo, und manchmal strotzt er nur so vor lauter Selbstbewusstsein. An Spree und Havel trägt man das Herz eben nicht auf der Zunge, sondern zeigt es frei nach Schnauze. «Uns kann keener», tönt der Volksmund und...
