Doppelgänger
Künstlerisch zunehmend erfolglos, aber trotzdem nach wie vor ein gefragter «Markenartikel», nahm der alternde Ruggero Leoncavallo das Angebot der Londoner Music Hall «Hippodrome» gerne an, dort eine halbstündige Kurzfassung seiner «Pagliacci» herauszubringen. Der Erfolg war überwältigend. Zweimal täglich wurde diese Version unter seiner Stabführung gespielt, aus den geplanten zwei Gastspielwochen wurden sechs. Also nahm der Komponist mit Freuden einen weiteren Auftrag an und komponierte für das «Hippodrome» eine Oper in veristischer Manier: «Zingari» (Die Zigeuner).
Als Vorlage diente Alexander Puschkins Verserzählung «Cygany», die unter dem Titel «Aleko» bereits 20 Jahre zuvor von Sergej Rachmaninow in Opernform gebracht worden war.
Eine junge «Zigeunerin» bringt ihren Geliebten, einen vornehmen Städter, ins Lager und setzt beim Stammesoberhaupt die Heirat mit ihm durch. Ein paar Monate später wendet sich das Liebesglück. Die Zigeunerin gibt sich einem Stammesgenossen hin; Aleko, der bei Leoncavallo Radù heißt, tötet sie und ihren Liebhaber. Die Parallelen zu den «Pagliacci» liegen auf der Hand. Leoncavallo diente sich mit diesem durch ein Intermezzo geteilten Zweiakter dem ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Ekkehard Pluta
alpha
07.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Messiaen
14.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Purcell und Haas
21.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10
28.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 5
arte
02.11 – 05:00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert ein Galakonzert in Sankt Petersburg
Auf dem Programm:...
In sein «Wintermärchen» vom Silbersee ließ Georg Kaiser, viel gespielter Dramatiker dieser Jahre, einige Wirklichkeit eingehen. Junge Arbeitslose, denen keine Parolen mehr gegen den Hunger helfen, plündern einen Lebensmittelladen, in dem Lebensmittel weggeworfen werden, um die Preise hochzuhalten. Auf der Flucht wird der Anführer Severin angeschossen. Den...
Autorität
Die großen Bühnen der Welt sind ihm vertraut. Vladimir Jurowski hat sein immenses Können als Dirigent bereits an der Met sowie in Paris, London, Mailand und Moskau unter Beweis gestellt. Nun tritt er als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in die Fußstapfen seines nach Berlin enteilten Landsmannes Kirill Petrenko. Ein Porträt
Anti-Diva
Ihre...
