Die Stimme aus Wagners Grab
Wie sind Sie Souffleuse geworden? Eine Ausbildung gibt es ja nicht.
Ich habe Theaterwissenschaft studiert und anschließend als Dramaturgin am Musiktheater gearbeitet. Doch dann kamen meine Töchter zur Welt – vor 31 und 27 Jahren –, und als ich wieder einsteigen wollte, gab es keine freie Stelle. Aber in Wuppertal wurde eine Souffleuse gesucht. Hauptsache wieder Theater, dachte ich. Da ergibt sich schon was! Und dann stellte sich das als anspruchsvoller, erfüllender Beruf heraus.
Was muss man mitbringen, um diesen Job richtig gut zu machen?
Notenverständnis – und eine Riesenportion Empathie. Ich muss Unsicherheiten erspüren und Sicherheit geben, so unauffällig wie möglich, so präsent wie nötig sein. Mein Prinzip: Vorbeugen ist besser als Reparieren! Wenn jemand einen Hänger hat, ist es ja eigentlich schon zu spät.
Wann greifen Sie ein?
Eine ständige, lautlose Begleitung gibt es immer. Und das heißt zunächst: hundertprozentige Aufmerksamkeit. Die Sänger spüren das, es gibt ihnen Sicherheit. Ob ich tatsächlich reinspreche, ist situationsabhängig. Wenn jemand gar nicht zu mir schaut, mische ich mich nicht ein. Schickt mir jemand mit den Augen einen Hilferuf, gibt’s das volle Programm. ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Wiebke Roloff
Sie geben ein Interview, dabei müssen Sie gleich auf die Bühne. Macht es Ihnen nichts aus, jetzt noch so viel zu sprechen?
Mich kümmert das nicht so. Ich habe mir eine positive Form der Routine angewöhnt. Ob Vorstellung oder Probe: Ich versuche, den Tag so normal wie möglich zu gestalten und mich nicht verrückt zu machen.
Wie sieht bei Ihnen denn ein Vorstellungstag...
Andere an seiner Stelle trügen die Nase hoch. Hans-Peter Lehmann hat das nicht nötig, er ist bescheiden geblieben. Er war Assistent von Carl Ebert, Gustav Rudolf Sellner und Wieland Wagner, hat als blutjunger Regisseur in Berlin schon «Otello» mit Renata Tebaldi inszeniert. Die Arbeiten des Wagner-Enkels Wieland betreute er in Bayreuth von 1960 bis 1973. Mit Birgit...
Jubilare
Sie wurde 1934 in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Bourgas geboren. Als Kind begleitete sie sich selbst auf dem Akkordeon, Gesang studierte sie in Sofia. Ihr professionelles Debüt als Opernsängerin gab Raina Kabaivanska mit 24 Jahren als Giorgetta in Puccinis «Il tabarro» am Theater von Vercelli in Norditalien. Schon zwei Jahre darauf stand sie an der...
