Deutsche Oper: Neues aus der Alten Tischlerei

Opernwelt - Logo

«Ganzkörperpoeten» nennen sich die Akteure der Berliner Tanz-Performance-Musik-Theater-Truppe Nico and the Navigators. Seit 1998 verfolgen Regisseurin Nicola Hümpel, Bühnenbildner Oliver Proske und das in wechselnder Besetzung auf­tretende Ensemble die Mission, Figuren und Themen der Hochkultur aufs Menschlich-Allzumenschliche herunterzubrechen. Händel und Rossini haben sie bereits erfolgreich in ihren Bilderkosmos eingemeindet. Für das jüngste Projekt lieferten Lieder und (für Kammerorchester bearbeitete) Instrumentalstücke von Mahler die Inspiration.



Nur vier Tage hatten die Navigatoren Zeit, um das rhapsodische Spiel über die Lebenstragödie des Komponisten rund um ein aufklappbares Komponierhäuschen zu proben. Wenige Stunden vor der Premiere wurde noch an der neuen Zweitspielstätte der Deutschen Oper gebaut. Aber die (dank zentraler Werkstätten) frei gewordene alte Tischlerei unter dem Dach des Hinterhauses sollte unbedingt zu Beginn der Spielzeit eröffnet werden. Ein schlichter Mehrzwecksaal, in dem künftig kleine Formate präsentiert werden – vom Kindermusiktheater bis zu Avantgarde-Stücken. Maximal 400 Zuschauer finden dort Platz. Finanziert wird das Programm aus Drittmitteln. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Weg damit

Erst spät wurden manche wach. Da war doch noch was: genau, ein stählernes, eckiges, auskragendes Ding, wie vom Himmel auf dem Marstallplatz hinter dem Münchner Nationaltheater gefallen. Ein Architektur gewordener Dr­a­maturgendunst, entworfen vom Wiener Büro Coop Himmelb(l)au. Widerborstig und widerspenstig, so sieht sich die Bayerische Staatsoper gern. Doch der...

Infos

Jubilare

Wie so viele britische Dirigenten ist er ein Spross der Kathedralchortra­dition und ausgebildeter Organist. Heute kennt man Richard Armstrong als Operndirigenten mit Schwerpunkt auf den Werken Verdis, Wagners, Strauss’ und Janáceks. Armstrong war von 1973 bis 1986 Music Director der Welsh National Opera, dieselbe Position hatte er von 1993 bis 2005 an der...

Alles im Augenblick

Hans Werner Henze und Elliott Carter, beide in ihrer Art epochal, sind kurz hintereinander gestorben. Dabei standen sie fürs ästhetische Kontrastprinzip – Carter sogar innerhalb der amerikanischen Musik: Mit populären, aleatorischen oder minimalistischen Tendenzen wollte er nichts zu tun haben, setzte vielmehr, «europäisch» altmodisch, auf homogene, komplex...