Der Mann vom Meer
Nicht nur einmal passiert es an diesem Abend, dass man an den Titel eines Romans von George Perec erinnert wird, der paradigmatisch steht für den Versuch der Spezies Mensch, sich zurechtzufinden im irdischen Labyrinth: «Das Leben. Eine Gebrauchsanweisung», so hat Perec sein Gesellschaftsgemälde genannt, in dem die Menschen durch das Bild der Welt und durch ihr eigenes hindurchlaufen, als wüssten sie nicht, wo die Sonne steht und wo der Mond und wo sie selbst.
Auch Brittens «Peter Grimes» erzählt davon.
Der Titelheld der Oper, tragisch Scheiternder eigentlich von Anbeginn an (fast könnte man sagen: ein Verdammter), findet einfach keinen Haltegriff im Hier und Heute. Er kommt einem vor wie ein Raubtier, das durch den Käfig schleicht. Außen, drumherum, das Meer, Symbol seiner Freiheit, aber auch seines Todes, und die bigotte englische Kleinbürgerei, sämtlich Menschen, denen vor allem danach ist, das Unglück des Anderen in den Mittelpunkt zu stellen. Eben dies Konstrukt stand in vielen «Grimes»-Inszenierungen im Mittelpunkt: der Einzelne als Opfer einer ihm feindlich gesonnenen Gesellschaft. Grimes als Versinnbildlichung der individuellen Unfreiheit. Als entsubjektivierte Existenz.
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