CD des Monats: Namenlose Freude
Ein «Sorgenkind» war «Fidelio» nicht nur für den Komponisten selbst. Auch die Nachwelt, vor allem die inszenierende, hat sich an diesem Stück die Zähne ausgebissen, insbesondere an der schier unauflösbaren Dichotomie aus (heiter-hellem) Singspiel und (dämonisch-dunklem) Drama. Zu wenig bewältigt schien die formale Frage, zu groß der Unterschied der «Strömungen», um Beethovens einzige Oper unter einen Hut zu bekommen. Und das nicht nur aus gattungstechnischen Gründen.
Allein das Libretto von Joseph Sonnleithner, eine Umformung und Transkription von Jean-Nicolas Bouillys Schauspiel «Leonore», zeichnete zahllosen Regisseurinnen und Regisseuren tiefe Furchen in die Stirn.
Eigentlich aber ist es ganz leicht. Es genügt, Striche vorzunehmen, die einerseits die Geschichte nicht aus den Angeln heben, andererseits aber die riesigen Luftlöcher, die zwischen den Arien, Duetten, Terzetten, Chorsätzen und den beiden grandiosen Quartetten klaffen, klug zu schließen imstande sind. So geschehen in der jetzt bei Pentatone erschienenen Studioproduktion aus Dresdens Kulturpalast, die unter gar wunderlichen (oder sollte man sagen: wunderbaren?) Umständen realisiert wurde. Ein anberaumter ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 31
von Jan Verheyen
Meist sitzt sie im Dunkel. Unbemerkt, fast möchte man meinen: unscheinbar. Aber gerade darin liegt ihre große Stärke: Dass sie sich zurückzieht auf die Position der Beobachterin, deren einziges Interesse es ist, die Blicke der anderen einzufangen, und dass sie imstande ist, diesen einen, flüchtig-konzentrierten Moment festzuhalten, in dem diese Blicke fokussiert...
Der «Bajazzo» war für Ruggero Leoncavallo Segen und Fluch zugleich: 1892 gelang ihm mit diesem Einakter ein Welterfolg, der ihn bis heute unsterblich macht. Doch stand dieser Glücksfall allen weiteren kreativen Bemühungen des vielseitigen Komponisten im Weg. Seine ein Jahr nach Puccinis gleichnamiger Oper herausgekommene «Bohème» konnte sich ebenso wenig...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Wagner, «Die Walküre,» «Wotans Abschied» – während und als ich fertig war mit Singen.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
In Fußdistanz (mit genügend Abstand) zu meinem Zuhause.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Tolle Kollegen, gute Kantine – und öfter mal das große «Ommm» anstimmen.
Welche Oper halten...
