CD des Monats: Namenlose Freude

Marek Janowskis Lesart des Beethoven’schen «Fidelio» hat, auch wegen der tollen Sängerinnen und Sänger, das Zeug zur Referenzaufnahme

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Ein «Sorgenkind» war «Fidelio» nicht nur für den Komponisten selbst. Auch die Nachwelt, vor allem die inszenierende, hat sich an diesem Stück die Zähne ausgebissen, insbesondere an der schier unauflösbaren Dichotomie aus (heiter-hellem) Singspiel und (dämonisch-dunklem) Drama. Zu wenig bewältigt schien die formale Frage, zu groß der Unterschied der «Strömungen», um Beethovens einzige Oper unter einen Hut zu bekommen. Und das nicht nur aus gattungstechnischen Gründen.

Allein das Libretto von Joseph Sonnleithner, eine Umformung und Transkription von Jean-Nicolas Bouillys Schauspiel «Leonore», zeichnete zahllosen Regisseurinnen und Regisseuren tiefe Furchen in die Stirn. 

Eigentlich aber ist es ganz leicht. Es genügt, Striche vorzunehmen, die einerseits die Geschichte nicht aus den Angeln heben, andererseits aber die riesigen Luftlöcher, die zwischen den Arien, Duetten, Terzetten, Chorsätzen und den beiden grandiosen Quartetten klaffen, klug zu schließen imstande sind. So geschehen in der jetzt bei Pentatone erschienenen Studioproduktion aus Dresdens Kulturpalast, die unter gar wunderlichen (oder sollte man sagen: wunderbaren?) Umständen realisiert wurde. Ein anberaumter ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 31
von Jan Verheyen

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